Adiabatische Luftbefeuchtung ist ein Verfahren, bei dem Wasser fein verteilt in einen Luftstrom eingebracht wird und dort verdunstet. Der Effekt: Die Luftfeuchte steigt – und gleichzeitig kann die Lufttemperatur sinken, weil die Verdunstung Energie benötigt und diese Energie der Luft entzogen wird. Genau deshalb wird adiabatische Luftbefeuchtung häufig in Lüftungsanlagen (RLT) eingesetzt, wenn sowohl Feuchteführung als auch Energieeffizienz eine Rolle spielen.
In der Praxis begegnen dabei oft ähnliche Begriffe: adiabatische Befeuchtung, Verdunstungsbefeuchtung, Verdunstungskühlung. Diese Wiki-Seite erklärt verständlich, was dahintersteckt, wann adiabatische Luftbefeuchtung sinnvoll ist, welche Vorteile sie bietet – und worauf bei Hygiene, Wasserqualität und Betrieb zu achten ist.
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Was bedeutet „adiabatisch“ bei der Luftbefeuchtung?
„Adiabatisch“ bedeutet: ohne Wärmeaustausch mit der Umgebung. Bei der adiabatischen Luftbefeuchtung verdunstet Wasser im Luftstrom. Für die Verdunstung wird Energie benötigt – diese Energie entnimmt das Wasser der Luft. Dadurch gilt:
- Feuchte steigt
- Temperatur sinkt (typischer Begleiteffekt)
- der Prozess ist in der Regel energieeffizient, weil keine externe Wärmeeinbringung wie bei Dampf nötig ist
Wichtig ist: Wie stark sich Temperatur und Feuchte ändern, hängt von den Ausgangsbedingungen der Luft (Temperatur/Feuchte) und vom System ab.
Wie funktioniert adiabatische Luftbefeuchtung?
Das Grundprinzip ist immer ähnlich:
1. Wasser wird fein verteilt (z. B. über Sprühsysteme, Benetzungsmedien oder andere Verdunstungselemente).
2. Ein Teil des Wassers verdunstet vollständig in der Luft.
3. Durch die Verdunstung wird der Luft Wärme entzogen.
4. Ergebnis: höhere Luftfeuchte und häufig abgesenkte Lufttemperatur.
In RLT-Anlagen wird adiabatische Befeuchtung oft so ausgelegt, dass sie stabil regelbar ist – abhängig von Zielwerten (z. B. Komfort, Prozessanforderungen) und vom hygienischen Betriebskonzept.
Adiabatische vs. isotherme Luftbefeuchtung
In Projekten wird adiabatische Luftbefeuchtung häufig mit isothermer Befeuchtung (z. B. Dampf) verglichen.
Adiabatische Luftbefeuchtung
- Feuchte steigt, Temperatur kann sinken
- häufig energieeffizient
- abhängig von Luftzustand und Auslegung
- erfordert saubere Wasserführung und hygienische Betriebsweise
Isotherme Luftbefeuchtung (z. B. Dampf)
- Feuchte steigt, Temperatur bleibt näher am Soll (durch Wärmeeintrag)
- benötigt meist mehr Energie (Wärmeerzeugung)
- andere Wartungs- und Systemanforderungen
Welche Methode besser passt, entscheidet sich über Zielwerte, Nutzung, Hygieneanforderungen und Betriebskosten.
Vorteile der adiabatischen Luftbefeuchtung
Richtig geplant kann adiabatische Luftbefeuchtung klare Vorteile bringen:
- Energieeffizienz: Verdunstungsprinzip statt energieintensiver Wärmeerzeugung
- Gute Integration in RLT: kombinierbar mit Wärmetauschern, WRG, Regelung
- Komfort: stabilere Feuchtewerte in Nutzbereichen (je nach Gebäude)
- Prozesssicherheit: in Anwendungen, in denen definierte Luftfeuchte wichtig ist
- Synergieeffekte: in manchen Konzepten wirkt die adiabatische Befeuchtung zusätzlich temperaturreduzierend
Grenzen und typische Herausforderungen
Adiabatische Luftbefeuchtung ist kein „Set-and-forget“-Thema. Typische Punkte, die in Planung und Betrieb berücksichtigt werden müssen:
- Wasserqualität: Aufbereitung, Vermeidung von Ablagerungen, stabile Betriebsbedingungen
- Hygiene & Wartung: Komponenten, Inspektion, Reinigung, dokumentierte Betriebsführung
- Regelstrategie: stabile Feuchteführung ohne Überfeuchtung
- Anlagenkonzept: Position im Luftstrom, Tropfenabscheidung (je nach System), sichere Verdunstung
- Einsatzgrenzen: nicht jede Anwendung verträgt zusätzliche Feuchte oder hat passende Randbedingungen
Praxisnah gedacht: Die besten Ergebnisse entstehen, wenn adiabatische Befeuchtung als Teil des Gesamtkonzepts betrachtet wird (RLT, Wärmerückgewinnung, Regelung, Betrieb).
Typische Einsatzbereiche in Lüftungsanlagen
Adiabatische Luftbefeuchtung spielt besonders dort eine Rolle, wo Luftqualität und definierte Feuchte wichtig sind, z. B.:
- Industrie- und Prozesslüftung (abhängig vom Prozess)
- Büro- und Verwaltungsgebäude (Komfort und Behaglichkeit in der Heizperiode)
- öffentliche/kommunale Gebäude mit RLT-Konzepten
- Sonderbereiche mit Feuchteanforderungen (projektabhängig)
Zusammenhang zur adiabaten Kühlung
Adiabatische Befeuchtung und adiabatische Kühlung sind fachlich eng verwandt: Verdunstung erzeugt Abkühlung. In manchen Systemkonzepten wird adiabatische Befeuchtung gezielt genutzt, um einen Wärmetauscherprozess zu unterstützen (z. B. indem ein Luftstrom abgekühlt wird und die Kälte über einen Wärmetauscher übertragen wird). So lassen sich Kühlkonzepte umsetzen, bei denen die Zuluft gekühlt wird, ohne dass ihre absolute Feuchte steigt – je nach Systemauslegung.
Weiterführend:


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FAQ für adiabatische Luftbefeuchtung
Adiabatische Luftbefeuchtung ist Verdunstungsbefeuchtung: Wasser verdunstet im Luftstrom, erhöht die Luftfeuchte und kann die Lufttemperatur senken.
Adiabatische Befeuchtung nutzt Verdunstung und ist häufig energieeffizient. Dampfbefeuchtung ist isotherm bzw. temperaturstabilisierend, benötigt aber in der Regel mehr Energie durch Wärmeerzeugung.
Eine zentrale: Wasserführung, Aufbereitung und Wartung müssen zum System passen, um Ablagerungen und hygienische Risiken zu vermeiden.
Wenn definierte Feuchtewerte benötigt werden und ein energieeffizientes, gut regelbares Konzept in die RLT integriert werden soll – abhängig von Nutzung und Randbedingungen.
