Die Kaltgang-Einhausung (engl. Cold Aisle Containment) ist eines der effektivsten Mittel, um die Luftführung im Serverraum zu verbessern. Statt kalte und warme Luft im Raum unkontrolliert zu vermischen, wird der Kaltgang (also der Bereich vor den Rack-Fronten) baulich oder modular eingehaust. Ergebnis: Die erzeugte Kälte kommt dort an, wo sie gebraucht wird – am Rack-Eintritt.

 

Gerade bei steigenden Leistungsdichten, wachsenden IT-Lasten und dem Ziel Energieeffizienz ist Kaltgang-Containment ein echter Hebel: weniger Luftkurzschlüsse, stabilere Temperaturen und oft deutlich bessere Effizienz der IT-Kühlung.

 

Was ist eine Kaltgang-Einhausung?

Bei der Kaltgang-Einhausung werden Racks so angeordnet, dass ihre Fronten einander gegenüberliegen (Kaltgang). Dieser Bereich wird dann z. B. mit:

 

- Türen (Gang-Enden)

- Dach-/Deckenelementen (Top Panels)

- seitlichen Abschottungen

 

abgetrennt. Die Kaltluft wird gezielt in den eingehausten Kaltgang eingebracht, während die Warmluft hinter den Racks (Warmgang) getrennt abgeführt wird.

Wichtig: Containment ist kein „extra Möbelstück“, sondern ein Luftführungskonzept. Es steht und fällt mit Details wie Rack-Abdichtung, Blenden, Kabeldurchführungen und Sensorik.

Warum bringt Kaltgang-Containment so viel?

Ohne Einhausung passiert in vielen Serverräumen Folgendes:

- kalte Zuluft nimmt den „kürzesten Weg“ zurück zur Rückluft (Luftkurzschluss)

- warme Abluft mischt sich in den Kaltbereich zurück (Hotspot-Risiko)

- die Kühlung „arbeitet gegen sich selbst“

 

Mit Containment wird die Vermischung reduziert. Das hat direkte Effekte:

- stabilere Rack-Eintrittstemperaturen

- weniger Hotspots

- geringere notwendige Luftmengen

- bessere Regelbarkeit im Teillastbetrieb

- häufig: weniger Energieverbrauch (weil Kompressoren/Fans nicht „überkorrigieren“ müssen)

Kaltgang oder Warmgang? (Containment-Varianten)

Kaltgang-Einhausung (Cold Aisle Containment)

- Kaltluft wird im eingehausten Bereich „gesichert“

- Warmbereich bleibt meist offen im Raum

- oft sehr praktikabel bei Bestandsflächen

 

Warmgang-Einhausung (Hot Aisle Containment)

- Warmluft wird direkt gesammelt und abgeführt (z. B. zur Rückluft/Deckenrückführung)

- thermisch sehr sauber, aber oft aufwändiger

- sinnvoll bei höheren Dichten und klarer Rückluftstrategie

 

Welche Variante passt, hängt u. a. von Raumhöhe, Rückluftführung, Brandschutzkonzept und Kühltechnik ab.

 

Planung: Worauf es bei der Kaltgang-Einhausung wirklich ankommt

1) Racks abdichten – sonst verpufft der Effekt

Containment funktioniert nur, wenn Racks nicht „lecken“. Typische Pflichtpunkte:

- Blindplatten in freien Höheneinheiten

- saubere Kabeldurchführungen

- Seitenteile/Abdeckungen korrekt montiert

 

2) Zuluft und Rückluft müssen zum Konzept passen

- Zuluft: idealerweise gezielt in den Kaltgang (boden-, decken- oder reihennah)

- Rückluft: Warmluft darf nicht in den Kaltgang „zurückdrücken“

 

3) Sensorik: Messen Sie dort, wo es zählt

Für eine stabile Regelung sind Messpunkte entscheidend:

- Rack-Eintritt (Kaltgang)

- Warmgang-Temperatur

- ggf. Druckdifferenzen (Containment-Druck)

 

4) Brandschutz & Betrieb

Containment muss zur Gebäude- und Sicherheitslogik passen (z. B. Fluchtwege, Wartungszugang, Service). Planung sollte Containment immer als Teil des Gesamtsystems betrachten – nicht als isoliertes „Add-on“.

Typische Fehler (und wie Sie sie vermeiden)

- Kaltgang wird eingehaust, aber Racks bleiben offen → Mischluft bleibt, Hotspots bleiben

- Zuluftmenge wird nicht angepasst → unnötig hohe Ventilatorleistung

- Sensoren hängen „irgendwo“ → Regelung reagiert zu spät oder falsch

- Warmbereich staut sich → Rückluftführung/Abfuhr fehlt

- Containment ohne Wartungs-/Servicekonzept → Betrieb wird kompliziert, Fehler werden teuer

 

Praxis-Tipp: Oft ist die beste erste Maßnahme nicht „mehr Kühlleistung“, sondern Luftführung + Abdichtung + Messkonzept.

Umsetzung mit HANSA & IT-Cooling

 

Für die Praxis ist entscheidend, dass Containment, Kühlung und Regelstrategie zusammenpassen. Wenn Sie Kaltgang-Einhausung planen oder optimieren wollen, ist ein kombinierter Blick auf:

- Luftführung (Kalt-/Warmgang)

- Kühlkonzept (raumbezogen / racknah / Kaltwasser etc.)

- Redundanz (N+1)

- Monitoring & Regelung

- Effizienzhebel (z. B. freie Kühlung)

der schnellste Weg zu stabilen Ergebnissen.

 

Passend dazu:

Grundlagen zur Serverraum-Kühlung 

Lösungen & Projekte im Bereich IT-Cooling

1. Wärmelasten erfassen (kW pro Rack, Gesamtlast, Wachstum)

2. Luftführung definieren (Kaltgang/Warmgang, Einhausung, Rückluftwege)

3. Kühlkonzept wählen (raumbezogen, racknah, Kaltwasser etc.)

4. Redundanz festlegen (N+1 oder höher)

5. Monitoring einplanen (Sensorik, Alarmierung, Trenddaten)

6. Effizienzhebel integrieren (freie Kühlung, Regelung, Luftdichtheit)

7. Betrieb & Wartung absichern (Zugänglichkeit, Filter, Servicefenster)

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FAQ für Kaltgang Einhausung

Kaltgang-Einhausung ist die räumliche Trennung des Kaltgangs vor den Rack-Fronten, um kalte Zuluft gezielt am Rack-Eintritt verfügbar zu halten.

Typisch ab steigender Leistungsdichte, Hotspot-Problemen oder wenn Effizienz und Stabilität verbessert werden sollen – besonders in Bestandsräumen mit Mischluft.

Undichte Racks (fehlende Blindplatten), falsche Sensorik, ungeklärte Rückluftführung und zu hohe Luftmengen ohne Regelstrategie.

Ja, häufig deutlich – weil weniger Kurzschlussluft entsteht, die Regelung stabiler läuft und die Kühlung effizienter arbeiten kann (v. a. im Teillastbetrieb).