Serverräume und technische IT-Flächen gehören zu den sensibelsten Bereichen der Gebäudetechnik. Schon kleine Temperaturabweichungen, Luftkurzschlüsse oder Ausfälle in der Kühlung können zu Störungen, Abschaltungen oder im schlimmsten Fall zu Hardware-Schäden führen. Gleichzeitig sind Betriebskosten und Energieeffizienz zentrale Themen: IT-Kühlung läuft oft ganzjährig, und ineffiziente Konzepte treiben den Strombedarf unnötig nach oben.

 

Diese Seite gibt dir einen praxisnahen Überblick: Welche Temperatur- und Feuchtebereiche sind sinnvoll? Welche Kühlkonzepte gibt es? Wie funktionieren Redundanz (N+1), Notkühlung und Luftführung (Cold Aisle/Hot Aisle)? Und welche typischen Fehler solltest du vermeiden, wenn du eine Serverraum-Klimatisierung planst oder optimierst?

 

Für konkrete Umsetzung und Projektlösungen lohnt sich außerdem der Blick in unsere Spezialisierung: IT-Cooling Lösungen

Anforderungen an die Serverraum-Klimatisierung

In IT-Räumen geht es um drei Kernziele:

 

- Temperatur stabil halten (ohne Hotspots am Rack)

- Luftführung kontrollieren (kalte Luft dahin, wo sie gebraucht wird)

- Betriebssicherheit sicherstellen (Redundanz, Monitoring, Notkühlung)

 

Wichtig ist: Es reicht nicht, „irgendwie kalt“ zu machen. Entscheidend ist die wirksame Kälte am Rack – also am Ort der Wärmelasten.

Temperatur im Serverraum – was ist sinnvoll?

In der Praxis sind „zu kalt“ und „zu warm“ beide problematisch:

 

- Zu kalt: unnötige Energiekosten, ungünstige Regelzustände, ggf. Kondensationsrisiko bei falschem Feuchtemanagement

- Zu warm: Hotspots, Ausfälle, verkürzte Lebensdauer von Komponenten

 

Statt starrer Sollwerte zählt ein stabiler Betrieb mit sauberer Luftführung. Ein häufiger Optimierungshebel ist nicht „mehr Leistung“, sondern bessere Luftverteilung und die Vermeidung von Luftkurzschlüssen.

Kühlkonzepte für Serverräume und IT-Flächen

Direktkühlung am Raum (raumbezogene IT-Kühlung)

Hier wird der Raum als Ganzes klimatisiert. Das kann funktionieren, wenn:

die Luftführung passt,

Wärmelasten nicht zu stark konzentriert sind,

und das System sauber geregelt ist.

 

Racknahe Kühlung (zonen- oder reihennah)

Bei höheren Leistungsdichten (viele kW pro Rack) ist es oft sinnvoller, die Kälte näher an die Last zu bringen. Das reduziert Verluste und stabilisiert die Rack-Eintrittstemperaturen.

 

Kaltwasser / Umluftsysteme (je nach Gebäude- und Lastprofil)

Gerade im B2B-Umfeld ist Kaltwasser häufig ein robustes Konzept, weil es skalierbar und gut in technische Infrastrukturen integrierbar ist. Wichtig ist immer: Leistungsdichte, Redundanz und Wartbarkeit müssen zur Nutzung passen.

 

Mehr Praxis-Konzepte und IT-spezifische Lösungen findest du auch hier: IT-Cooling

Luftführung: Cold Aisle / Hot Aisle & häufige Fehler

Die Luftführung entscheidet, ob deine Kälte „ankommt“. Zwei Klassiker:

- Cold Aisle (Kaltgang): Zuluft in den Kaltgang, Hardware saugt vorne an

- Hot Aisle (Warmgang): Abluft wird gezielt abgeführt und nicht mit Zuluft vermischt

 

Typische Fehler, die fast immer Geld kosten

- Luftkurzschluss: Zuluft geht direkt in die Rückluft, ohne das Rack zu durchströmen

- Offene Blenden/Leerräume in Racks: warme Luft mischt sich zurück in den Kaltgang

- Falsche Platzierung von Sensoren: Regelung reagiert auf „falsche“ Temperaturen

- Zu hohe Ventilatorleistungen statt sauberer Führung: laut, teuer, ineffektiv

 

Wenn du diese Punkte sauber löst, sinkt oft die nötige Kälteleistung – bei besserer Stabilität.

Redundanz (N, N+1) und Notkühlung

Serverräume brauchen ein Konzept für den Fehlerfall. Typische Anforderungen:

- N: exakt benötigte Leistung (keine Reserve)

- N+1: eine zusätzliche Einheit als Reserve (sehr häufiges Ziel)

- 2N: vollständige doppelte Auslegung (hochverfügbar, teurer)

 

Zusätzlich wichtig:

- Monitoring & Alarmierung (Temperatur, Luftfeuchte, Status, Filter/Leistung)

- Notbetrieb / Fallback-Strategie (z. B. Lastmanagement, definierte Temperaturbandbreite, Notlüftung/Bypass)

- Wartung im laufenden Betrieb (z. B. ohne Abschaltung)

Energieeffizienz in der IT-Kühlung

IT-Kühlung ist ein Dauerläufer – darum ist Effizienz sofort bares Geld.

 

Freie Kühlung (Free Cooling)

Je nach Außentemperatur kann Kälte (teilweise) ohne klassische Verdichtung bereitgestellt werden. Das senkt Energieverbrauch deutlich.

 

Regelstrategie & Teillast

Viele Systeme laufen die meiste Zeit in Teillast. Eine gute Regelstrategie sorgt dafür, dass Effizienz nicht nur „im Prospekt“, sondern im Betrieb stimmt.

 

Adiabate Kühlung als Ergänzung (je nach Konzept)

Adiabatik kann in bestimmten Szenarien zur Effizienz beitragen – entscheidend ist immer die Anwendung und die hygienisch/technische Auslegung.

1. Wärmelasten erfassen (kW pro Rack, Gesamtlast, Wachstum)

2. Luftführung definieren (Kaltgang/Warmgang, Einhausung, Rückluftwege)

3. Kühlkonzept wählen (raumbezogen, racknah, Kaltwasser etc.)

4. Redundanz festlegen (N+1 oder höher)

5. Monitoring einplanen (Sensorik, Alarmierung, Trenddaten)

6. Effizienzhebel integrieren (freie Kühlung, Regelung, Luftdichtheit)

7. Betrieb & Wartung absichern (Zugänglichkeit, Filter, Servicefenster)

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FAQ für Serverraumkühlung

Wichtiger als ein einzelner Wert ist ein stabiler Betrieb ohne Hotspots. Entscheidend ist die Temperatur am Rack-Eintritt und eine saubere Luftführung.

N+1 heißt: Eine zusätzliche Kühleinheit steht als Reserve bereit, falls eine Einheit ausfällt oder gewartet werden muss.

Meist wegen Luftführung: Luftkurzschlüsse, offene Rackflächen, falsche Rückluftführung oder Sensorik an der falschen Stelle.

Typische Hebel sind freie Kühlung, bessere Luftführung (weniger Kurzschluss), optimierte Regelung im Teillastbetrieb und saubere Einhausung/Kaltgangkonzepte.