Warum Regelung das Herzstück jeder Lüftungsanlage ist
Die Regelung entscheidet darüber, wie effizient und bedarfsgerecht eine Lüftungsanlage arbeitet. Gerade in Zeiten von Energieeffizienzvorgaben, steigenden Strompreisen und einem wachsenden Gesundheitsbewusstsein ist eine intelligente Regelung der entscheidende Hebel.
Eine gute Lösung erkennt automatisch, wann und wie viel Frischluft benötigt wird, regelt Volumenströme situativ und spart dadurch erhebliche Mengen Energie – ohne Kompromisse bei Komfort oder Luftqualität. Statt konstant mit voller Leistung zu laufen, passt eine moderne Lüftungsregelung den Betrieb dynamisch an Nutzung, Belegung und Luftqualität an.
So wird aus einer „starren“ Lüftungsanlage ein smartes, energieeffizientes System, das sich nahtlos in moderne Gebäudetechnik einfügt.
CO₂-gesteuerte Lüftungssysteme: Bedarf erkennt man an der Luft
Die CO₂-Konzentration ist ein verlässlicher Indikator für die Luftqualität und das Anwesenheitsniveau in Räumen. CO₂-Sensoren in Lüftungsanlagen ermöglichen eine exakte Regelung des Luftaustauschs und sind damit eine zentrale Komponente moderner Regelungstechnik für Lüftungsanlagen.
Typischer Funktionsansatz einer CO₂-gesteuerten Lüftung:
- Bei steigender CO₂-Konzentration (z. B. durch Personenbelegung) wird der Luftvolumenstrom automatisch erhöht.
- Bei Leerstand oder geringer Belegung wird die Luftmenge reduziert, ohne die Luftqualität zu vernachlässigen.
- Ergebnis: Immer frische Luft bei minimalem Energieeinsatz.
CO₂-gesteuerte Systeme sind ideal für:
- Büros, Besprechungsräume, Schulen und Hochschulen
- Industriearbeitsplätze mit wechselnder Belegung
- Versammlungsstätten, Gastronomie, Fitnesscenter und Seminarbereiche
Mehr zur CO₂-Sensorik in Lüftungssystemen
Welche Sensorik ist sinnvoll?
Neben CO₂-Sensoren kommen zunehmend weitere Sensoren zum Einsatz, um eine wirklich bedarfsgerechte Lüftung zu ermöglichen:
VOC-Sensoren
Erfassen flüchtige organische Verbindungen (z. B. aus Farben, Möbeln, Reinigungsmitteln) und helfen, Geruchsbelastungen und Schadstoffe zu reduzieren.
Feuchtesensoren
Steuern die Luftentfeuchtung und verhindern Kondensation sowie Schimmelbildung – wichtig etwa in Schwimmbädern, Duschräumen oder Produktionsbereichen mit hoher Luftfeuchte.
Temperatursensoren
Sorgen für thermischen Komfort und ermöglichen eine Abstimmung zwischen Lüftung, Heizung und ggf. Kühlung.
Differenzdrucksensoren
Überwachen den Filterzustand (Filterverschmutzung), Druckverhältnisse in Räumen (z. B. Reinräume, Laborbereiche) oder die Effizienz der Wärmerückgewinnung (WRG).
All diese Sensoren liefern Echtzeitdaten an die Regelung und ermöglichen eine adaptive Lüftungsstrategie, die sich kontinuierlich an die tatsächlichen Bedingungen im Gebäude anpasst. Das erhöht Komfort, Sicherheit und Effizienz zugleich.
Funktionsprinzip: So arbeitet eine moderne Lüftungsregelung
Eine moderne Regelungstechnik für Lüftungsanlagen folgt in der Regel einem klar strukturierten Prozess:
1. Messung
Sensoren erfassen kontinuierlich die relevanten Messgrößen wie CO₂-Gehalt, Temperatur, relative Luftfeuchte, VOC und Differenzdruck.
2. Auswertung
Die Regelung vergleicht fortlaufend Ist-Werte mit definierten Sollwerten oder Kennlinien (z. B. CO₂-Grenzwerten für verschiedene Raumnutzungen).
3. Aktivierung
Bei Abweichungen von den Sollwerten passt die Regelung automatisch den Luftvolumenstrom, die Ventilatordrehzahl, Klappenstellungen oder Betriebsmodi an.
4. Rückmeldung
Das System protokolliert Daten, Alarmmeldungen und Trends. Diese Informationen können für Wartungsplanung, Optimierungen und Energie-Reporting genutzt werden.
Durch diese Regelkreise wird die Lüftungsanlage zu einem dynamisch reagierenden System, das sich jederzeit an die Gebäudenutzung anpasst.
Energieeffizienz durch Regelung
Eine bedarfsgesteuerte Lüftung spart im Vergleich zu konstant laufenden Anlagen bis zu 50 % Energie ein. Anstatt dauerhaft mit einem hohen Luftvolumenstrom zu fahren, wird nur so viel Luft bewegt, wie tatsächlich notwendig ist.
Das reduziert:
- den Stromverbrauch der Ventilatoren
- den Energieaufwand für Heizen oder Kühlen der Zuluft
- den Verschleiß von Komponenten
Vorteile im Überblick:
- Reduktion der Strom- und Betriebskosten
- Längere Lebensdauer von Ventilatoren, Antrieben und Komponenten
- Geringere Wartungszyklen durch gezielteren Betrieb
- Förderfähigkeit im Rahmen von Effizienzprogrammen (z. B. BEG, BAFA), sofern nachweisbare Energieeinsparungen erreicht werden
Mehr zur energieeffizienten Klimatechnik im Überblick
Integration in die Gebäudeautomation
Moderne Lüftungsregelungen lassen sich über gängige Kommunikationsprotokolle wie BACnet, Modbus oder KNX in die gesamte Gebäudetechnik integrieren. Dadurch wird die Lüftungsanlage Teil einer vernetzten, intelligenten Gebäudesteuerung.
Typische Funktionen der Integration:
- Zentrales Monitoring aller Anlagenzustände
- Automatisierte Betriebsmodi (z. B. Tag/Nacht, Wochenende, Ferienbetrieb)
- Fernzugriff für Service, Optimierung und Störungsdiagnose
- Energie-Reporting und Langzeitauswertung für ESG- und Nachhaltigkeitsberichte
Durch diese Vernetzung lassen sich Lüftung, Heizung, Kühlung, Sonnenschutz und Beleuchtung als Gesamtsystem optimieren.
Typische Anwendungsfälle
Regelungstechnik für Lüftungsanlagen ist in nahezu allen Nichtwohngebäuden ein Thema. Besonders hohe Effekte ergeben sich in:
Schulen & Bildungseinrichtungen
CO₂-geregelte Lüftung mit „Ampel“-Logik sorgt für gute Lernbedingungen und reduziert das Infektionsrisiko.
Produktionshallen mit wechselnden Prozessen
Lastabhängige Lüftung reduziert Energieverbrauch bei Teillast und hält gleichzeitig Grenzwerte ein.
Meetingräume und Büroflächen
Belegungsabhängige Regelung sorgt dafür, dass nur bei tatsächlicher Nutzung mit hoher Luftmenge gelüftet wird.
Schwimmbäder und Wellnessbereiche
Kombination aus Feuchte-, Temperatur- und CO₂-Regelung schützt Bausubstanz, verbessert das Raumklima und senkt Betriebskosten.
In vielen dieser Anwendungen spielt zusätzlich Wärmerückgewinnung eine zentrale Rolle, um die Effizienz weiter zu steigern.
Mehr zur WRG-Technologie in Lüftungssystemen:
Wärmerückgewinnungssysteme für Lüftungsgeräte
Fazit
Regelungstechnik ist der stille Motor effizienter Lüftungssysteme. Sie sorgt für konstante Luftqualität, spart Energie und erhöht den Komfort für Nutzerinnen und Nutzer. Durch moderne Sensorik, Digitalisierung und die Einbindung in die Gebäudeleittechnik wird sie zum Gamechanger für zeitgemäße, energieeffiziente Klimatechnik.
Wer heute in eine Lüftungsanlage investiert oder eine Bestandsanlage modernisiert, sollte der Regelungstechnik höchste Aufmerksamkeit schenken – sie entscheidet maßgeblich über Effizienz, Betriebskosten und Zukunftsfähigkeit des Gesamtsystems.


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FAQ zu Regelungstechnik für Lüftungsanlagen
CO₂-Sensoren erfassen die Luftqualität im Raum. Steigt der CO₂-Gehalt über einen definierten Grenzwert, regelt das System automatisch die Frischluftzufuhr hoch. Sinkt die Belastung, wird der Luftvolumenstrom wieder reduziert – das spart Energie bei konstant guter Luftqualität.
Wichtige Sensoren sind CO₂-, Feuchte-, Temperatur-, VOC- und Differenzdrucksensoren. Sie liefern die Basisdaten für eine bedarfsgerechte, energieeffiziente Regelung der Lüftungsanlage.
Ja. Im Vergleich zu ungeregelten oder konstant betriebenen Lüftungsanlagen lassen sich mit bedarfsgeregelten Systemen häufig bis zu 50 % Energie einsparen, da nur bei tatsächlichem Bedarf gelüftet wird.
Ja. Wenn durch den Einsatz moderner Regelungstechnik nachweisbare Energieeinsparungen erreicht werden, kann dies über Programme wie BEG oder BAFA förderfähig sein. Die genaue Förderfähigkeit hängt von Projekt, Anlagentyp und Effizienzsteigerung ab.
Ja. Moderne Lüftungsregelungen lassen sich über BACnet, Modbus oder KNX in die Gebäudeautomation integrieren. So können Lüftung, Heizung, Kühlung und andere Systeme gemeinsam optimiert und zentral überwacht werden.
