Wie lassen sich RLT-Geräte effizient, hygienegerecht und langfristig zuverlässig planen und betreiben? In diesem Themenbereich erklären wir wichtige Aspekte rund um Energieeffizienz, Hygiene, Außenaufstellung und den gesamten Lebenszyklus eines RLT-Geräts – von der Auslegung bis zur Modernisierung und Verwertung.

Moderne RLT-Geräte können heute mit sehr effizienten Ventilatoren, Wärmerückgewinnungssystemen, Wärmeübertragern und Kälte- beziehungsweise Wärmeerzeugern ausgestattet werden. Die Effizienz eines einzelnen Bauteils sagt jedoch noch wenig darüber aus, wie energieeffizient die gesamte Lüftungs- und Klimaanlage im späteren Betrieb arbeitet.

Entscheidend ist das Zusammenspiel aus Geräteauslegung, Luftleitungssystem, Wärme- und Kälteversorgung, Regelung und den tatsächlichen Betriebsbedingungen. Ein hochwertiges RLT-Gerät kann sein energetisches Potenzial nur ausschöpfen, wenn auch das Gesamtsystem passend ausgelegt und bedarfsgerecht betrieben wird.

Mit zunehmender Effizienz der einzelnen Komponenten gewinnt deshalb die Betriebsoptimierung an Bedeutung. Moderne modellbasierte und modellprädiktive Regelungen können das Zusammenspiel der Komponenten optimieren und den Anlagenbetrieb vorausschauend an den tatsächlichen Bedarf anpassen.

Wo wird in einem RLT-Gerät Energie benötigt?

Der Energiebedarf einer RLT-Anlage besteht nicht nur aus dem Stromverbrauch der Ventilatoren. Abhängig von Anwendung und Betriebszustand werden elektrische und thermische Energie für unterschiedliche Aufgaben benötigt.

Dazu gehören insbesondere:

  • Förderung der Luft durch Ventilatoren
  • Erwärmung der Außen- und Zuluft
  • Kühlung und gegebenenfalls Entfeuchtung der Luft
  • Befeuchtung bei entsprechenden Anforderungen
  • Betrieb von Kälteanlagen und Wärmepumpen
  • Pumpen für Wärme-, Kälte- und Wärmerückgewinnungssysteme
  • Regelung, Sensorik und weitere elektrische Verbraucher

Gleichzeitig kann ein RLT-Gerät Energie zurückgewinnen. Eine passend ausgelegte Wärmerückgewinnung reduziert den Wärme- beziehungsweise Kältebedarf der nachfolgenden Luftbehandlung erheblich.

Für die energetische Bewertung ist deshalb nicht ein einzelner Verbrauchswert entscheidend. Relevant ist, wie viel elektrische und thermische Energie das Gesamtsystem über seine tatsächliche Betriebszeit benötigt.

Warum entscheiden die Druckverluste über den Energiebedarf der Ventilatoren?

Ventilatoren müssen nicht nur die erforderliche Luftmenge fördern, sondern gleichzeitig sämtliche Druckverluste innerhalb des RLT-Geräts und des angeschlossenen Luftleitungssystems überwinden.

Druckverluste entstehen beispielsweise an:

  • Filtern
  • Wärmeübertragern
  • Wärmerückgewinnungssystemen
  • Schalldämpfern
  • Klappen
  • Luftkanälen, Bögen und Formstücken

Ein sehr effizienter Ventilator allein garantiert deshalb noch keinen niedrigen Stromverbrauch. Muss er dauerhaft gegen unnötig hohe Druckverluste arbeiten, steigt der Energiebedarf des Gesamtsystems.

Bei der Planung sollte deshalb nicht ausschließlich betrachtet werden, welche Effizienz einzelne Komponenten erreichen. Ebenso wichtig ist, welche Druckverluste diese Komponenten verursachen und wie das gesamte Luftleitungssystem ausgelegt ist.

Ist die Wärmerückgewinnung mit dem höchsten Wirkungsgrad immer die beste Lösung?

Ein hoher Rückgewinnungsgrad reduziert grundsätzlich den Bedarf an zusätzlicher Heiz- beziehungsweise Kühlleistung. Trotzdem sollte ein Wärmerückgewinnungssystem nicht ausschließlich anhand eines einzelnen Wirkungsgrades ausgewählt werden.

Eine höhere Rückgewinnung kann je nach System beispielsweise mit größeren Wärmeübertragerflächen, höheren Druckverlusten oder zusätzlicher Pumpenleistung verbunden sein. Auch Platzbedarf, Luftübertragung, Feuchterückgewinnung und die erforderliche Trennung der Luftströme spielen bei der Auswahl eine Rolle.

Entscheidend ist deshalb, welche Lösung über das gesamte Jahr den energetisch und technisch sinnvollsten Betrieb ermöglicht.

Die unterschiedlichen Systeme und ihre Eigenschaften erläutern wir ausführlich im Wiki-Artikel Wärmerückgewinnung in RLT-Geräten.

Warum ist der Teillastbetrieb für die Energieeffizienz so wichtig?

Viele RLT-Anlagen arbeiten nur einen vergleichsweise kleinen Teil ihrer Betriebszeit unter maximaler Auslegungslast. Außentemperaturen, Personenbelegung, interne Wärmelasten und Nutzungsanforderungen verändern sich ständig.

Deshalb ist nicht nur die Effizienz am Auslegungspunkt relevant. Ebenso wichtig ist, wie gut Ventilatoren, Kälteanlagen, Wärmepumpen, Wärmeübertrager und Regelung auf unterschiedliche Lastzustände reagieren können.

Frequenzgeregelte Ventilatoren und Verdichter ermöglichen beispielsweise eine Anpassung ihrer Leistung an den tatsächlichen Bedarf. Bei der Kältetechnik kann eine gute Teillastregelung gleichzeitig unnötiges Takten reduzieren und eine gleichmäßigere Leistungsanpassung ermöglichen.

Eine energieeffiziente Auslegung sollte deshalb nicht nur den maximalen Betriebspunkt betrachten, sondern möglichst das zu erwartende Betriebsspektrum der Anlage.

Warum ist eine bedarfsgerechte Luftmenge ein großer Effizienzhebel?

Eine RLT-Anlage muss nicht zu jedem Zeitpunkt die maximale Luftmenge fördern. In vielen Anwendungen verändert sich der tatsächliche Lüftungsbedarf erheblich.

Typische Einflussgrößen sind beispielsweise:

  • Personenbelegung
  • CO₂-Konzentration
  • Raumtemperatur
  • Luftfeuchtigkeit
  • Produktions- oder Prozesslasten
  • Nutzungszeiten

Wird die Luftmenge an den tatsächlichen Bedarf angepasst, kann nicht nur Ventilatorenergie eingespart werden. Gleichzeitig muss weniger Außenluft erwärmt, gekühlt, entfeuchtet oder befeuchtet werden.

Dadurch beeinflusst die Luftmengenregelung mehrere Energieverbraucher gleichzeitig. Voraussetzung ist allerdings, dass RLT-Gerät, Luftleitungssystem, Sensorik und Regelung gemeinsam auf einen variablen Betrieb ausgelegt sind.

Warum kann ein energieeffizientes RLT-Gerät trotzdem viel Energie verbrauchen?

Die technische Effizienz der eingebauten Komponenten beschreibt zunächst nur deren Möglichkeiten. Im realen Betrieb entscheidet die Regelstrategie, wann und mit welcher Leistung diese Komponenten tatsächlich eingesetzt werden.

Ungünstige Sollwerte oder Betriebsstrategien können beispielsweise dazu führen, dass:

  • höhere Luftmengen gefördert werden als tatsächlich benötigt,
  • Zuluft stärker erwärmt oder gekühlt wird als erforderlich,
  • Heiz- und Kühlfunktionen energetisch ungünstig zusammenspielen,
  • die Wärmerückgewinnung nicht optimal genutzt wird,
  • Anlagen früher starten oder länger laufen als notwendig,
  • Komponenten außerhalb günstiger Betriebsbereiche arbeiten.

Eine gute Regelung betrachtet deshalb nicht nur einzelne Komponenten, sondern deren Zusammenspiel. Das Ziel ist nicht, einen Ventilator, Wärmeübertrager oder Verdichter isoliert möglichst effizient zu betreiben, sondern die geforderten Raum- oder Prozessbedingungen mit möglichst geringem Gesamtenergieeinsatz zu erreichen.

Welche Grenzen hat eine klassische RLT-Regelung?

Eine konventionelle DDC-Regelung arbeitet typischerweise mit hinterlegten Sollwerten, Kennlinien, Zeitprogrammen und Regelkreisen. Sie kann damit ein RLT-Gerät zuverlässig und bereits sehr energieeffizient betreiben.

Die Herausforderung steigt jedoch mit der Anzahl voneinander abhängiger Einflussgrößen. Außentemperatur, Raumtemperatur, Feuchte, Belegung, Luftmenge, Wärmerückgewinnung sowie Heiz- und Kühlleistung beeinflussen sich gegenseitig.

Wird jeder Regelkreis hauptsächlich anhand seiner aktuellen Sollwertabweichung betrachtet, lässt sich nicht automatisch erkennen, welche Kombination verschiedener Stellgrößen für das Gesamtsystem energetisch am günstigsten ist.

Hinzu kommt die zeitliche Dynamik eines Gebäudes. Räume und Bauteile speichern Wärme und reagieren teilweise deutlich langsamer als das RLT-Gerät selbst. Eine ausschließlich reaktive Regelstrategie berücksichtigt zukünftige Zustände nur begrenzt.

Was kann eine modellprädiktive Regelung anders machen?

Eine modellprädiktive Regelung – häufig als Model Predictive Control (MPC) bezeichnet – verwendet ein Modell des zu regelnden Systems, um dessen zukünftiges Verhalten innerhalb eines bestimmten Zeithorizonts abzuschätzen.

Dadurch kann die Regelung verschiedene mögliche Betriebsstrategien bewerten, bevor die entsprechenden Stellgrößen verändert werden. Statt ausschließlich auf eine bereits entstandene Sollwertabweichung zu reagieren, kann die Anlage vorausschauend betrieben werden.

Ein einfaches Beispiel ist das morgendliche Aufheizen eines Gebäudes. Statt jeden Tag zu einer festen Uhrzeit mit identischen Sollwerten zu starten, kann eine modellprädiktive Strategie berücksichtigen, wie sich Gebäude und Anlage unter den aktuellen Bedingungen voraussichtlich entwickeln und wann tatsächlich mit der Konditionierung begonnen werden muss.

Noch größer wird das Potenzial, wenn mehrere Stellgrößen gemeinsam betrachtet werden. Eine übergeordnete Optimierung kann beispielsweise berücksichtigen, welche Kombination aus Luftmenge, Zulufttemperatur, Wärmerückgewinnung sowie Heiz- oder Kühlleistung geeignet ist, um die geforderten Bedingungen energieeffizient zu erreichen.

Welche Rolle kann künstliche Intelligenz bei der RLT-Regelung spielen?

Modellbasierte oder modellprädiktive Regelung ist nicht automatisch künstliche Intelligenz. Für das erforderliche Anlagen- oder Gebäudemodell können unterschiedliche mathematische und physikalische Ansätze verwendet werden.

Lernende Verfahren können jedoch dabei helfen, komplexe Zusammenhänge aus Betriebsdaten abzubilden und das Verhalten eines Systems zu modellieren.

Ein Beispiel dafür ist etaSmart von HANSA etaTECH. Dabei werden sowohl neuronale Netze als auch physikalisch basierte Modelle eingesetzt. Die eigentliche Steuerung des RLT-Geräts erfolgt weiterhin über die DDC. Auf einer übergeordneten Ebene kann etaSmart das Anlagen- und Gebäudeverhalten modellieren und die Betriebsstrategie modellprädiktiv optimieren.

Dieser Aufbau hat einen weiteren Vorteil: Die bewährte DDC-Regelung bleibt als grundlegende Geräteebene erhalten. Die modellbasierte Optimierung ergänzt sie, anstatt sämtliche grundlegenden Regelungsfunktionen zu ersetzen.

Die Funktionsweise und die Möglichkeiten solcher Systeme behandeln wir ausführlicher im etaTECH Wiki.

Kann intelligente Regelung eine schlechte Anlagenplanung ausgleichen?

Auch eine sehr leistungsfähige Regelung kann grundlegende technische Probleme einer RLT-Anlage nicht vollständig kompensieren.

Ein zu klein dimensioniertes Kanalnetz, dauerhaft hohe Druckverluste, ungeeignete Wärmeübertrager oder eine falsch ausgelegte Wärme- und Kälteversorgung bleiben physikalische Randbedingungen des Systems.

Deshalb sollte Energieeffizienz nicht als Alternative zwischen effizienter Hardware und intelligenter Regelung verstanden werden. Beide Ebenen bauen aufeinander auf.

Ein gut ausgelegtes RLT-Gerät schafft die technischen Voraussetzungen. Ein gut geplantes Gesamtsystem verhindert unnötige energetische Verluste. Eine bedarfsgerechte und gegebenenfalls modellprädiktive Regelung sorgt schließlich dafür, dass dieses Potenzial auch im realen Betrieb möglichst gut genutzt wird.

Warum sollte Energieeffizienz über ein ganzes Jahr betrachtet werden?

Einzelne Wirkungsgrade oder Leistungsaufnahmen beziehen sich häufig auf definierte Betriebspunkte. Eine reale RLT-Anlage arbeitet dagegen über das Jahr unter sehr unterschiedlichen Außen- und Innenbedingungen.

Für eine aussagekräftige energetische Betrachtung sollten deshalb unter anderem berücksichtigt werden:

  • Betriebszeiten und Nutzungsprofile
  • unterschiedliche Außenluftzustände
  • Teil- und Volllastbetrieb
  • Ventilatorenergie
  • Heiz- und Kühlenergie
  • Wärmerückgewinnung
  • Pumpen und weitere Hilfsenergien
  • Regelstrategie und Sollwerte

HANSA konstruiert und dimensioniert individualisierbare RLT-Geräte im Auslegungsprogramm AirCalc. Darin ist auch die Life-Cycle-Berechnung des Herstellerverbands RLT-Geräte integriert. Dadurch können unterschiedliche Gerätekonfigurationen bereits während der Auslegung nicht nur anhand einzelner technischer Kennwerte, sondern auch hinsichtlich ihres Energiebedarfs über den betrachteten Betriebszeitraum miteinander verglichen werden.

In die energetische Betrachtung fließen unter anderem der Energiebedarf der Luftförderung sowie der Aufwand für die thermische Luftbehandlung ein. Dadurch werden auch Wechselwirkungen sichtbar: Eine technische Lösung kann beispielsweise eine höhere Wärmerückgewinnung ermöglichen, gleichzeitig aber höhere Druckverluste und damit einen höheren Ventilatorenergiebedarf verursachen.

Die Life-Cycle-Betrachtung unterstützt deshalb dabei, verschiedene Gerätevarianten als Gesamtsystem zu bewerten. Ziel ist nicht, bei jeder einzelnen Komponente den maximal möglichen Kennwert zu erreichen, sondern eine für die jeweilige Anwendung technisch und energetisch sinnvolle Gesamtkonfiguration zu finden.

Hygieneanforderungen an RLT-Geräte sind insbesondere dort von Bedeutung, wo die aufbereitete Luft der Humanklimatisierung dient. In Büros, Schulen, öffentlichen Gebäuden und vergleichbaren Aufenthaltsbereichen soll die RLT-Anlage eine hygienisch einwandfreie Luftversorgung unterstützen und darf nicht selbst zur Quelle von Verunreinigungen werden.

Noch höhere Anforderungen können in hygienisch sensiblen Bereichen bestehen, beispielsweise in Krankenhäusern und OP-Bereichen, medizinisch genutzten Räumen, Laboren oder Reinräumen. Die konkreten Anforderungen hängen deshalb immer vom Einsatzbereich des RLT-Geräts ab.

Eine wichtige Grundlage für die hygienische Planung, Ausführung und den Betrieb von RLT-Anlagen und -Geräten ist die Richtlinienreihe VDI 6022. Für besonders sensible Anwendungen können weitere Normen, Richtlinien und projektspezifische Anforderungen gelten.

Was bedeutet Hygiene bei einem RLT-Gerät?

Hygienegerechte Raumlufttechnik bedeutet nicht, dass das Innere eines RLT-Geräts zur Humanklimatisierung steril sein muss. Entscheidend ist, dass Konstruktion und Betrieb hygienisch nachteilige Zustände möglichst vermeiden.

Dazu gehören insbesondere geeignete Materialien und Oberflächen, eine auf die Anwendung abgestimmte Filterung, gut zugängliche und reinigbare Komponenten sowie ein kontrollierter Umgang mit Feuchtigkeit und Kondensat.

Hygiene ist damit keine Eigenschaft einer einzelnen Komponente, sondern muss bei der Konstruktion und Auslegung des gesamten RLT-Geräts berücksichtigt werden.

Was regelt die VDI 6022?

Die Richtlinienreihe VDI 6022 beschäftigt sich mit der Hygiene in raumlufttechnischen Anlagen und Geräten. Die Anforderungen beginnen bereits bei Planung und Errichtung und setzen sich über Betrieb, Instandhaltung und hygienische Kontrollen fort.

Ein wesentlicher Grundgedanke ist, dass die Raumlufttechnik die Qualität der Luft nicht selbst verschlechtern darf. Daraus ergeben sich Anforderungen an Konstruktion, Komponenten, Zugänglichkeit, Sauberkeit und den späteren Betrieb.

Das zentrale Grundlagenblatt ist die VDI 6022 Blatt 1. Je nach Anwendung sind darüber hinaus weitere Blätter der Richtlinienreihe sowie zusätzliche Normen und Regelwerke zu berücksichtigen.

Wie wird die hygienegerechte Konstruktion eines RLT-Geräts nachgewiesen?

Bei RLT-Geräten mit besonderen Hygieneanforderungen sollte die hygienegerechte Konstruktion nicht allein durch den Hersteller beschrieben, sondern anhand der maßgeblichen Anforderungen überprüft und dokumentiert werden. Hierzu kann eine Hygiene-Konformitätsprüfung durch eine unabhängige Prüfstelle beziehungsweise einen qualifizierten Prüfingenieur erfolgen.

Bewertet werden dabei hygienerelevante Eigenschaften der Gerätekonstruktion und der eingesetzten Komponenten. Dazu gehören beispielsweise Materialien und Oberflächen, Dichtungen, Zugänglichkeit, Reinigbarkeit, Filteranordnung, Wärmeübertrager und Kondensatführung.

Das Ergebnis wird in einem entsprechenden Zertifikat dokumentiert. Für Planer, Betreiber und Bauherren entsteht damit ein nachvollziehbarer Nachweis über die geprüfte Hygieneausführung.

Die Hygieneausführung der HANSA-Hy Geräte wurde einer externen Hygiene-Konformitätsprüfung unterzogen. Die Konformität der geprüften Komponenten wurde dabei anhand der zugrunde gelegten Anforderungen verschiedener Regelwerke für allgemeine Raumlufttechnik und Krankenhausbereiche bewertet.

Das Hygienezertifikat der HANSA-Hy Geräte dokumentiert die zugrunde gelegten Regelwerke und die geprüfte Geräteausführung.

Welche konstruktiven Merkmale sind für die Hygiene entscheidend?

Viele hygienische Eigenschaften eines RLT-Geräts werden bereits bei seiner Konstruktion festgelegt. Luftberührte Materialien und Oberflächen müssen für die jeweiligen Betriebsbedingungen geeignet und möglichst gut zu reinigen sein.

Ebenso wichtig ist die Zugänglichkeit. Filter, Wärmeübertrager, Ventilatoren, Kondensatbereiche und andere hygienisch relevante Komponenten müssen kontrolliert, gewartet und bei Bedarf gereinigt werden können.

Wartungstüren, abnehmbare Bauteile und ausreichende Wartungsflächen sollten deshalb bereits bei Geräteauslegung und Aufstellplanung berücksichtigt werden. Bei HANSA kann die Material- und Gehäuseausführung an den jeweiligen Einsatzbereich angepasst werden.

Mehr zu Materialien, Dichtheit und Korrosionsschutz erläutern wir im Artikel Gehäuse von RLT-Geräten.

Welche Rolle spielen Filter, Feuchtigkeit und Kondensat?

Filter reduzieren Partikel und Verunreinigungen in der geförderten Luft und schützen gleichzeitig nachgeschaltete Komponenten vor Verschmutzung. Das erforderliche Filterkonzept richtet sich nach Außenluftqualität, gewünschter Zuluftqualität und Einsatzbereich.

Besondere Aufmerksamkeit benötigen außerdem Bereiche, in denen Feuchtigkeit entsteht. Wird Luft beispielsweise an einem Wärmeübertrager unter ihren Taupunkt abgekühlt, fällt Kondensat an. Dieses muss kontrolliert erfasst und abgeführt werden, ohne dass dauerhaft stehendes Wasser im Gerät verbleibt.

Auch eine Luftbefeuchtung muss hygienegerecht in das Gesamtkonzept eingebunden werden. Verfahren, Wasserqualität, Konstruktion und Wartung müssen dabei gemeinsam betrachtet werden.

Die Auswahl und Anordnung von Filtern behandeln wir ausführlicher im Artikel Filter in RLT-Geräten.

Warum bleibt Hygiene auch im laufenden Betrieb wichtig?

Auch ein hygienegerecht konstruiertes RLT-Gerät benötigt regelmäßige Kontrolle und Instandhaltung. Filter beladen sich, Wärmeübertrager können verschmutzen und Kondensatabläufe oder andere Komponenten können ihren ursprünglichen Zustand verändern.

Hygienische Qualität ist deshalb keine Eigenschaft, die einmal bei der Inbetriebnahme festgestellt und anschließend vorausgesetzt werden kann. Regelmäßige Kontrollen und Hygieneinspektionen helfen dabei, Veränderungen frühzeitig zu erkennen und erforderliche Reinigungs- oder Instandhaltungsmaßnahmen einzuleiten.

Mit etaInspect bietet HANSA etaTECH Leistungen zur Inspektion von RLT-Anlagen an. Dazu gehört auch die Hygieneinspektion, bei der der hygienische Zustand der Anlage überprüft und dokumentiert wird. So lässt sich beurteilen, ob Handlungsbedarf besteht und welche Maßnahmen für einen weiterhin hygienegerechten Betrieb erforderlich sind.

Welche zusätzlichen Anforderungen gelten in Krankenhäusern und Hygienebereichen?

In Krankenhäusern und anderen hygienisch besonders sensiblen Bereichen können zusätzliche Anforderungen an Luftführung, Filterung, Druckverhältnisse, Materialien, Reinigbarkeit und Betriebssicherheit bestehen.

Besonders anspruchsvoll sind beispielsweise OP-Bereiche, Intensivbereiche, Sterilgutbereiche sowie Isolier- und Schleusenbereiche. Das erforderliche RLT-Konzept muss deshalb anhand der jeweiligen Raumfunktion und der dafür geltenden Anforderungen geplant werden.

HANSA bietet für solche Anwendungen mit der Blue Line Hy eine speziell für hygienisch sensible Einsatzbereiche ausgelegte Geräteausführung an. Filterkonzept, Materialien, Reinigbarkeit, Wärme- und Kälteversorgung sowie Regelung können dabei projektspezifisch auf die Anwendung abgestimmt werden.

Für Operationsbereiche können je nach Raum- und Lüftungskonzept Schwebstofffilter beziehungsweise HEPA-Filter erforderlich sein. Die Filterung ist dabei immer nur ein Bestandteil des gesamten Hygienekonzepts.

Weitere Informationen finden Sie unter RLT-Geräte für Hygiene- und Krankenhausbereiche .

Was ist bei der hygienegerechten Planung insgesamt entscheidend?

Hygiene muss bereits bei der Planung des gesamten RLT-Systems berücksichtigt werden. Entscheidend sind insbesondere die Anforderungen der jeweiligen Nutzung, das Filterkonzept, geeignete Materialien, der Umgang mit Feuchtigkeit sowie die Zugänglichkeit für Inspektion, Wartung und Reinigung.

Bei HANSA können diese Anforderungen während der individuellen Geräteauslegung berücksichtigt werden. Je nach Anwendung lassen sich Gehäuse, Materialien, Filterstufen, Wärmeübertrager, Befeuchtung, Wärmerückgewinnung, Wartungszugänge und Regelung entsprechend konfigurieren.

Hygienegerechte Raumlufttechnik entsteht damit aus dem Zusammenspiel von geeigneter Konstruktion, anwendungsgerechter Geräteauslegung und einem dauerhaft kontrollierten Betrieb.

Nicht jedes RLT-Gerät kann innerhalb eines Gebäudes aufgestellt werden. Fehlende Technikflächen, große Luftleistungen oder die Gebäudekonzeption können eine Aufstellung auf dem Dach oder neben dem Gebäude erforderlich machen.

Bei einer Außenaufstellung ist das RLT-Gerät jedoch ganzjährig Witterungseinflüssen ausgesetzt. Regen, Schnee, Wind, Sonneneinstrahlung, Frost und wechselnde Temperaturen stellen zusätzliche Anforderungen an Gehäuse, Abdichtung, Korrosionsschutz und die gesamte Anlagenplanung.

Eine Außenaufstellung ist deshalb mehr als ein RLT-Gerät mit einem wetterfesten Dach. Bereits während der Planung müssen Standort, Luftführung, Fundament, Entwässerung, Frostschutz und die spätere Zugänglichkeit gemeinsam betrachtet werden.

Welche Anforderungen stellt die Außenaufstellung an das RLT-Gehäuse?

Das Gehäuse bildet die äußere Schutzschicht des RLT-Geräts. Bei einer Außenaufstellung muss es die innenliegenden Komponenten dauerhaft vor den zu erwartenden Umgebungsbedingungen schützen.

Neben ausreichender mechanischer Stabilität sind insbesondere Luftdichtheit, Wärmedämmung, die Begrenzung von Wärmebrücken sowie geeignete Materialien und Beschichtungen wichtig. Auch Türen, Paneelverbindungen, Durchführungen und andere konstruktive Details müssen für die Außenaufstellung geeignet ausgeführt werden.

HANSA kann RLT-Geräte mit einer an den Einsatzort angepassten Gehäuseausführung fertigen. Dazu gehören unter anderem unterschiedliche Materialien, Beschichtungen und Korrosionsschutzklassen sowie wetterfeste konstruktive Ausführungen.

Den grundsätzlichen Aufbau und die Eigenschaften des HANSA-Gehäuses erläutern wir ausführlicher im Artikel Gehäuse von RLT-Geräten.

Wie wird ein RLT-Gerät vor Regen und Schnee geschützt?

Niederschlag darf weder über das Gehäuse noch über Außenluft- und Fortluftöffnungen unkontrolliert in das RLT-Gerät gelangen. Deshalb müssen Dach, Fugen, Türen, Anschlüsse und Durchführungen entsprechend ausgeführt werden. Es gibt einen entsprechenden Satz unter RLT-Experten: "Wasser findet seinen Weg..."

Bei HANSA-Außengeräten wird beispielsweise ein gewölbtes Dach mit umlaufendem Überstand beziehungsweise Tropfkante eingesetzt. Dadurch wird Niederschlagswasser gezielt vom Gerätegehäuse weggeführt.

Auch Schnee muss bei der Planung berücksichtigt werden. Schneehöhen, Schneeverwehungen und die örtlichen Bedingungen können Einfluss auf Aufstellungshöhe, Luftöffnungen und Zugänglichkeit haben. Das Gerät sollte auch unter winterlichen Bedingungen sicher betrieben und gewartet werden können.

Warum sind Außenluftansaugung und Fortluft besonders wichtig?

Die Position von Außenluftansaugung und Fortluft beeinflusst sowohl die Luftqualität als auch die Betriebssicherheit der Anlage. Außenluft sollte an einer Stelle angesaugt werden, an der möglichst geringe Belastungen durch Abgase, Abluft, Staub oder andere lokale Verunreinigungsquellen zu erwarten sind.

Gleichzeitig muss verhindert werden, dass ausgeblasene Fortluft in relevanter Menge wieder von der Außenluftansaugung erfasst wird. Position, Abstand und Ausrichtung der Öffnungen müssen deshalb projektspezifisch geplant werden. Eine entsprechende Fehlauslegung, auch "Kurzschlussströmung" genannt, hat einen enormen Einfluss auf die Effizienz eines Gerätes.

Bei einer Dachaufstellung sind zusätzlich die örtlichen Windverhältnisse, umliegende Gebäudeteile und mögliche Verwirbelungen zu berücksichtigen. Auch Regen und Schnee dürfen nicht unkontrolliert über die Luftöffnungen in die Anlage gelangen. Wetterschutzgitter oder Ansaughauben sind vorzusehen.

Welche Rolle spielen Korrosionsschutz und Standortbedingungen?

Die Beanspruchung eines Außengeräts hängt stark vom Aufstellort ab. Ein Gerät in einer vergleichsweise gering belasteten Umgebung stellt andere Anforderungen an Materialien und Beschichtungen als eine Anlage in Küstennähe, in industriell belasteter Atmosphäre oder in einer Umgebung mit erhöhter korrosiver Belastung.

Der erforderliche Korrosionsschutz sollte deshalb nicht pauschal festgelegt, sondern anhand der tatsächlichen Umgebungsbedingungen ausgewählt werden. Neben dem Gerätegehäuse müssen dabei auch Einbauteile, Verbindungselemente, Wärmeübertrager und weitere exponierte Komponenten berücksichtigt werden.

HANSA kann Gehäuse und Komponenten entsprechend der Anwendung mit unterschiedlichen Materialien und Oberflächen ausführen. Für besonders anspruchsvolle Umgebungsbedingungen sind beispielsweise erhöhte Korrosionsschutzanforderungen bis hin zu entsprechend ausgelegten Beschichtungen in C5-H sowie Edelstahl- oder Aluminiumausführungen möglich.

Was muss bei Frost und Kondensat beachtet werden?

Außengeräte sind erheblichen Temperaturunterschieden ausgesetzt. Im Winter können Bauteile und Medien einfrieren, während an anderen Stellen durch Temperaturunterschiede Kondensat entstehen kann.

Besonders zu betrachten sind deshalb wasserführende Wärmeübertrager, Kondensatleitungen, Siphons, Rohrleitungen und andere frostgefährdete Bereiche. Abhängig vom Anlagenkonzept können beispielsweise geeignete Frostschutzfunktionen, Dämmmaßnahmen oder weitere technische Schutzmaßnahmen erforderlich sein. Auch Wetterschutzgitter müssen unter Umständen beheizbar sein, um Reifbildung und somit eine Blockade der Ansaugung zu vermeiden.

Frostschutz ist dabei nicht nur eine Eigenschaft des Gerätegehäuses. Hydraulik, Regelung und Betriebsweise müssen in das Gesamtkonzept einbezogen werden.

Welche Anforderungen bestehen an Fundament und Aufstellfläche?

Ein RLT-Gerät benötigt eine ausreichend tragfähige und geeignete Aufstellfläche. Bei großen Geräten wirken erhebliche Eigengewichte und zusätzliche Betriebs- und Umwelteinflüsse auf die Konstruktion.

Fundament beziehungsweise Unterkonstruktion müssen deshalb passend zum Gerät und zum Gebäude geplant werden. Dabei sind unter anderem Lastverteilung, Ebenheit, erforderliche Aufstellhöhe sowie die konstruktive Anbindung zu berücksichtigen.

Auch die Entwässerung rund um das Gerät ist wichtig. Regen- und Schmelzwasser sollten kontrolliert abgeführt werden und sich nicht dauerhaft im Bereich des Geräteunterbaus oder der Wartungszugänge sammeln.

Bei einer Dachaufstellung muss die Planung des RLT-Geräts daher frühzeitig mit der Tragwerks- und Gebäudeplanung abgestimmt werden.

Warum müssen Wartung und Zugänglichkeit schon bei der Aufstellung berücksichtigt werden?

Auch ein Außengerät muss während seiner gesamten Lebensdauer inspiziert, gewartet und gegebenenfalls repariert werden können. Rund um das Gerät müssen deshalb ausreichende Wartungsflächen vorgesehen werden.

Türen müssen sich vollständig öffnen lassen und Komponenten wie Filter, Ventilatoren oder Wärmeübertrager müssen erreichbar beziehungsweise ausbaubar bleiben. Bei einer Dachaufstellung kommen sichere Zugangswege und geeignete Arbeitsbereiche hinzu.

Ebenso sollte bereits bei der Planung berücksichtigt werden, wie größere Komponenten zu einem späteren Zeitpunkt ausgetauscht werden können. Das betrifft insbesondere Anlagen, deren Einbauort nach Fertigstellung des Gebäudes nur noch eingeschränkt erreichbar ist.

Eine gute Außenaufstellung berücksichtigt deshalb nicht nur die Inbetriebnahme, sondern den gesamten späteren Lebenszyklus des RLT-Geräts.

Was ist bei der Planung eines RLT-Geräts für Außenaufstellung insgesamt entscheidend?

Die Außenaufstellung sollte von Beginn an Bestandteil der Geräte- und Anlagenplanung sein. Ein nachträgliches „Wetterfestmachen“ eines ursprünglich für Innenaufstellung geplanten Geräts ist kein Ersatz für eine entsprechend ausgelegte Konstruktion.

Zu den wesentlichen Planungsfragen gehören:

  • Welche Witterungs- und Umgebungsbedingungen sind am Standort zu erwarten?
  • Welcher Korrosionsschutz ist erforderlich?
  • Wie werden Außenluft und Fortluft geführt?
  • Wie werden Regen, Schnee, Frost und Kondensat berücksichtigt?
  • Welche Anforderungen bestehen an Fundament und Tragwerk?
  • Sind Wartungs- und Zugangsflächen ausreichend dimensioniert?
  • Wie können Komponenten später gewartet oder ausgetauscht werden?

Bei individuell ausgelegten HANSA RLT-Geräten können diese Randbedingungen bereits bei Konstruktion und Geräteauslegung berücksichtigt werden. Gehäuseabmessungen, Materialien, Korrosionsschutz, Dachausführung, Luftanschlüsse und Wartungszugänge lassen sich entsprechend der jeweiligen Einbausituation planen.

Ein RLT-Gerät für Außenaufstellung muss deshalb nicht nur die erforderliche Luftleistung erbringen. Es muss als Gesamtkonstruktion für seinen konkreten Standort und einen dauerhaft sicheren Betrieb ausgelegt sein.

Ein RLT-Gerät wird für einen langfristigen Betrieb geplant. Zwischen der ersten Auslegung und einer späteren Modernisierung liegen häufig viele Betriebsjahre, in denen sich sowohl die technischen Anforderungen als auch die Nutzung eines Gebäudes verändern können.

Die Qualität eines RLT-Geräts zeigt sich deshalb nicht nur bei der Inbetriebnahme. Entscheidend ist, wie gut das Gerät über seinen gesamten Lebenszyklus betrieben, gewartet, angepasst und bei Bedarf modernisiert werden kann.

Eine vorausschauende Planung berücksichtigt diesen Lebenszyklus bereits bei der Geräteauslegung. Zugänglichkeit, Austauschbarkeit von Komponenten, Regelungstechnik und die Möglichkeit späterer Anpassungen können die langfristige Nutzbarkeit eines RLT-Geräts wesentlich beeinflussen.

Warum beginnt der Lebenszyklus bereits bei der Planung?

Viele Eigenschaften, die den späteren Betrieb eines RLT-Geräts bestimmen, werden bereits während der Planung festgelegt. Dazu gehören Luftleistung, Druckverluste, Wärmerückgewinnung, Wärme- und Kälteversorgung, Filterkonzept, Regelung sowie die konstruktive Ausführung des Geräts.

Dabei sollte nicht ausschließlich der maximale Auslegungspunkt betrachtet werden. Ebenso wichtig sind typische Teillastzustände, Betriebszeiten, Wartungsanforderungen und mögliche Veränderungen der späteren Nutzung.

HANSA kann RLT-Geräte projektspezifisch auslegen und konstruktiv an die jeweilige Einbausituation und Anwendung anpassen. Dadurch können bereits in dieser Phase Voraussetzungen für einen effizienten und langfristig wartbaren Betrieb geschaffen werden.

Welche Rolle spielt die Inbetriebnahme?

Mit der Inbetriebnahme beginnt der tatsächliche Betrieb des RLT-Geräts. Dabei werden die geplanten Funktionen geprüft und die Anlage auf die vorgesehenen Betriebsbedingungen eingestellt.

Besonders wichtig sind passende Sollwerte und Regelparameter. Auch ein technisch sehr effizientes RLT-Gerät kann unnötig viel Energie verbrauchen, wenn beispielsweise Luftmengen, Temperaturen oder Betriebszeiten nicht zum tatsächlichen Bedarf passen.

Gerade bei individuell ausgelegten RLT-Geräten ist dabei Erfahrung entscheidend. Die Inbetriebnahme der HANSA-Geräte erfolgt durch erfahrene Inbetriebnehmer, die mit den Geräten, ihrer Regelung und den projektspezifischen Funktionen vertraut sind. Dadurch können die bei der Planung vorgesehenen Betriebsweisen vor Ort geprüft und auf die tatsächlichen Anlagenbedingungen abgestimmt werden.

Warum sind Wartung und Inspektion für die Lebensdauer entscheidend?

Im laufenden Betrieb unterliegen Filter, Ventilatoren, Antriebe, Wärmeübertrager, Dichtungen und andere Komponenten unterschiedlichen Belastungen. Verschmutzung und Verschleiß können sowohl die Betriebssicherheit als auch die energetische Effizienz beeinflussen.

Regelmäßige Wartung und Inspektion helfen dabei, Veränderungen frühzeitig zu erkennen. Filter können rechtzeitig gewechselt, Wärmeübertrager gereinigt und verschlissene oder auffällige Komponenten überprüft beziehungsweise ersetzt werden.

Mit etaInspect unterstützt HANSA etaTECH Betreiber bei der Inspektion von RLT-Anlagen. Dazu gehören je nach Anforderung auch spezialisierte Prüfungen und Hygieneinspektionen.

Wie helfen Betriebsdaten bei der langfristigen Optimierung?

Zwischen zwei Wartungsterminen entstehen im Betrieb zahlreiche Daten. Temperaturen, Luftmengen, Drücke, Betriebszeiten, Stellgrößen und Energieverbräuche können Hinweise darauf geben, wie sich eine Anlage tatsächlich verhält.

Werden diese Informationen systematisch ausgewertet, können beispielsweise ungewöhnliche Betriebszustände, steigende Energieverbräuche oder Optimierungsmöglichkeiten sichtbar werden.

HANSA etaTECH bietet hierfür unterschiedliche Lösungen an: etaConnect ermöglicht die Vernetzung und den Remote-Zugriff auf Anlagen, etaVisu unterstützt bei der Visualisierung und Analyse von Betriebsdaten und etaWatch ermöglicht die Betrachtung von Energieverbräuchen und energetischen Kennwerten.

Betriebsdaten werden damit zu einer wichtigen Grundlage, um nicht nur auf Störungen zu reagieren, sondern den Zustand und die Effizienz einer RLT-Anlage langfristig zu beurteilen.

Wann ist eine Modernisierung eines RLT-Geräts sinnvoll?

Ein älteres RLT-Gerät muss nicht automatisch vollständig ersetzt werden. Häufig sind Gehäuse und wesentliche Teile der Anlage weiterhin nutzbar, während einzelne Komponenten technisch oder energetisch nicht mehr dem heutigen Stand entsprechen.

In solchen Fällen kann eine Modernisierung eine Alternative zum kompletten Austausch sein. Je nach Anlagenzustand können beispielsweise Ventilatoren, Antriebe, Wärmeübertrager, Filtertechnik, Regelung oder andere Komponenten erneuert beziehungsweise angepasst werden.

Auch veränderte Anforderungen können Anlass für ein Retrofit sein. Dazu gehören beispielsweise andere Luftmengen, neue Nutzungsbedingungen, höhere Anforderungen an die Energieeffizienz oder eine modernisierte Gebäudeautomation.

Mit etaXChange betrachtet etaTECH bestehende RLT-Anlagen hinsichtlich möglicher Modernisierungsmaßnahmen. Welche Maßnahmen sinnvoll sind, hängt dabei vom technischen Zustand, den Betriebsbedingungen und den zukünftigen Anforderungen der jeweiligen Anlage ab.

Was passiert mit einem RLT-Gerät am Ende seiner Nutzungsdauer?

Zum Lebenszyklus eines RLT-Geräts gehört auch die Frage, was nach dem Ende seiner technischen Nutzungsdauer mit dem Gerät und seinen Komponenten geschieht. Eine recyclinggerechte Konstruktion sollte deshalb bereits bei der Entwicklung und Herstellung berücksichtigt werden.

HANSA-Geräte sind so konstruiert, dass sie am Ende ihrer Nutzungsdauer gut in einzelne Komponenten und Materialgruppen zerlegt werden können. Ein großer Anteil der eingesetzten Bauteile und Materialien ist metallisch und kann entsprechenden Verwertungswegen zugeführt werden.

Um die praktische Recyclingfähigkeit zu untersuchen, hat HANSA gemeinsam mit dem Verwertungspartner Nehlsen die Zerlegung und Verwertung eines repräsentativen HKG-Geräts untersucht. Dazu wurde ein Gerät testweise vollständig zerlegt und die anfallenden Materialien hinsichtlich ihrer Verwertbarkeit betrachtet.

Die Untersuchung zeigte, dass nach heutigem Stand der Technik eine Recyclingquote von rund 85 % erreichbar ist. Die tatsächliche Quote eines konkreten Geräts kann abhängig von Geräteausführung, eingesetzten Komponenten und den zum Zeitpunkt der Verwertung verfügbaren Recyclingverfahren abweichen.

Eine gute Zerlegbarkeit unterstützt damit nicht nur Wartung und Modernisierung während der Nutzungsphase, sondern erleichtert auch die sortenbezogene Trennung und Verwertung am Ende des Lebenszyklus.

Wann ist ein Austausch statt einer Modernisierung sinnvoll?

Nicht jede Bestandsanlage lässt sich wirtschaftlich oder technisch sinnvoll modernisieren. Ein vollständiger Austausch kann insbesondere dann in Betracht kommen, wenn wesentliche Teile des Geräts stark verschlissen oder beschädigt sind oder die vorhandene Konstruktion die zukünftigen Anforderungen nicht mehr erfüllen kann.

Auch erhebliche Änderungen bei Luftleistung, Nutzung, Hygiene, Wärme- und Kälteversorgung oder Energieeffizienz können dazu führen, dass eine neue Geräteauslegung sinnvoller ist als eine umfangreiche Anpassung des Bestandsgeräts.

Die Entscheidung sollte deshalb nicht allein vom Alter der Anlage abhängig gemacht werden. Entscheidend sind der tatsächliche technische Zustand, die verbleibende Nutzbarkeit und die Anforderungen an den zukünftigen Betrieb.

Warum sollte der gesamte Lebenszyklus eines RLT-Geräts betrachtet werden?

Die Investition in ein RLT-Gerät ist nur ein Teil seiner langfristigen Betrachtung. Über viele Betriebsjahre entstehen zusätzlich Aufwendungen für Energie, Wartung, Ersatzteile, Reparaturen und mögliche Modernisierungen.

Bereits bei der Planung lohnt es sich deshalb, neben Anschaffung und technischen Kennwerten auch Energiebedarf, Wartbarkeit und langfristige Anpassungsmöglichkeiten zu berücksichtigen. Im laufenden Betrieb helfen Inspektion und Betriebsdaten dabei, den tatsächlichen Zustand der Anlage zu beurteilen.

Ein langfristig gutes RLT-Konzept verbindet deshalb die passende Geräteauslegung mit einem kontrollierten Betrieb und der Möglichkeit, die Anlage bei veränderten Anforderungen gezielt zu modernisieren.