Raumlufttechnik für Labore und Reinräume
In Laboren und Reinräumen entscheidet die Raumluft über Prozesssicherheit und Qualität. Partikel, Kontaminationen oder Schadstoffe müssen kontrolliert, definierte Druckverhältnisse eingehalten und Temperatur und Feuchte zuverlässig geregelt werden. HANSA entwickelt dafür individuelle RLT-Systeme – abgestimmt auf Anwendung, Reinheitsanforderungen und Prozesse.
Typische Anwendungen
Pharmazeutische Produktion und Abfüllung
Kontrollierte Umgebungsbedingungen unterstützen den Schutz empfindlicher Produkte und Prozesse vor Partikeln und Kontaminationen.
Forschung und Biotechnologie
Definierte Luftzustände sowie abgestimmte Zu- und Abluftkonzepte schaffen geeignete Bedingungen für sensible Forschungs- und Entwicklungsprozesse.
Chemische und biologische Labore
Kontrollierte Zu- und Abluft sowie geeignete Filter- und Sicherheitskonzepte helfen, Beschäftigte und Umgebung vor freigesetzten Stoffen zu schützen.
Halbleiter- und Elektronikfertigung
Geringe Partikelkonzentrationen sowie stabile Temperatur- und Feuchtebedingungen sind wichtige Voraussetzungen für empfindliche Fertigungsprozesse.
Optik, Laser- und Präzisionstechnik
Konstante klimatische Bedingungen und eine kontrollierte Luftreinheit unterstützen präzise Fertigungs-, Mess- und Prüfprozesse.
Batterieproduktion und Batterietechnik
Je nach Prozess können sehr geringe Luftfeuchten, hohe Reinheitsanforderungen, besondere Abluftkonzepte oder zusätzliche Sicherheitsanforderungen notwendig sein.
Worauf kommt es bei RLT-Geräten für Labore und Reinräume an?
Luftreinheit und Kontaminationskontrolle
Partikel und andere Verunreinigungen können Produkte, Proben und sensible Prozesse beeinträchtigen. Filterung, Luftwechsel und Luftführung müssen deshalb auf die jeweilige Anwendung und – bei Reinräumen – auf die geforderte Reinheitsklasse abgestimmt werden.
Druckverhältnisse und Luftführung
Definierte Über- und Unterdrücke sowie Druckkaskaden helfen, unerwünschte Stoff- oder Partikelübertragungen zwischen unterschiedlichen Bereichen zu vermeiden. Ob ein Bereich gegenüber seiner Umgebung im Über- oder Unterdruck betrieben wird, hängt vom jeweiligen Schutzkonzept ab.
Temperatur und Feuchte
In vielen Labor- und Reinraumanwendungen dienen definierte Luftzustände nicht primär dem Komfort, sondern der Prozess- und Produktqualität. Neben engen Temperatur- und Feuchtebereichen können beispielsweise in der Batterieproduktion sehr niedrige Luftfeuchten erforderlich sein.
Schadstoffe und Abluft
In Laboren können Gase, Dämpfe, Aerosole oder andere Stoffe besondere Anforderungen an Abluft, Filterung und Materialauswahl stellen. Zu- und Abluftsysteme müssen deshalb auf die verwendeten Stoffe und die jeweilige Gefährdungsbeurteilung abgestimmt werden.
Regelung, Überwachung und Dokumentation
Luftzustände und Druckverhältnisse müssen nicht nur zuverlässig hergestellt, sondern bei vielen Anwendungen auch kontinuierlich überwacht werden. Temperatur, Feuchte, Differenzdruck, Volumenströme und Anlagenzustände können erfasst und dokumentiert werden, um stabile Prozessbedingungen nachvollziehbar sicherzustellen.
Individuelle RLT-Lösungen für Labore und Reinräume
Die Anforderungen in Laboren und Reinräumen unterscheiden sich erheblich. Entsprechend unterschiedlich können auch die Gerätekonzepte ausfallen. HANSA legt die RLT-Geräte gemeinsam mit Ihnen ausgehend von Luftführung, Außenluftbedarf, Abluft, Wärmelasten und den erforderlichen Prozessbedingungen individuell aus.
RLT-Geräteausführungen für Labore und Reinräume
Umluftgeräte
Wo große Luftmengen zur Filtration, Temperierung oder Feuchteregelung benötigt werden, kann ein wesentlicher Teil der Luft im Umluftbetrieb geführt werden. Die Geräte können mit hohen Filterleistungen sowie weiteren Behandlungsstufen zum Kühlen, Erwärmen, Befeuchten oder Entfeuchten ausgestattet werden. Diese Geräte werden höchst individuell konfiguriert und ausgelegt.
Typische Aufgaben: hohe Umluftmengen, Partikelkontrolle, stabile Temperatur- und Feuchtebedingungen.
RLT-Geräte mit Wärmerückgewinnung
Werden Außen- und Abluft gemeinsam über ein RLT-Gerät geführt, stehen je nach Anwendung und Nutzen unterschiedliche Systeme zur Wärmerückgewinnung zur Verfügung. Welches System geeignet ist, hängt unter anderem von Luftmengen, energetischen Anforderungen und der zulässigen Übertragung zwischen den Luftströmen ab.
Mögliche Systeme: Plattenwärmeübertrager, Rotationswärmeübertrager oder Kreislaufverbundsysteme, abgebildet durch unsere Blue Line Gerätekonfiguration
Separate Zu- und Abluftgeräte mit KVS
Müssen Zu- und Abluft konsequent voneinander getrennt geführt werden, können separate Geräte über ein Kreislaufverbundsystem energetisch miteinander gekoppelt werden. Die Wärmeübertragung erfolgt dabei über einen Flüssigkeitskreislauf, ohne dass die Luftströme zusammengeführt werden.
Für die hydraulische Verbindung und effiziente Regelung des KVS kann etaHydro eingesetzt werden.
Zu- und Abluftgeräte ohne Wärmerückgewinnung
Nicht jede Anwendung erfordert eine Wärmerückgewinnung. Bei Entwärmungs-, Abluft- oder Prozessaufgaben können Zu- und Abluft ohne energetische Kopplung ausgeführt werden. Je nach Anwendung ist dabei auch ein Umluftbetrieb mit variablem Außenluftanteil möglich.
Gerade bei hohen Wärmelasten kann ein großer Außenluftvolumenstrom zur freien Kühlung und Abfuhr der Wärme genutzt werden, während der Umluftanteil in Abhängigkeit klimatischen Randbedingungen geregelt wird, z.B. wenn die Außenlufttemperatur zur freien Kühlung nicht mehr ausreicht, muss partiell und komplett auf Umluft umgeschaltet werden und diese dann gekühlt werden. Zusätzliche Luftbehandlungsstufen wie Filterung, Kühlung oder Entfeuchtung können in das Gerät integriert werden.
Für solche individuell konfigurierbaren Anwendungen eignen sich beispielsweise Geräte der HANSA Free Line.
Individuelle Luftbehandlung für den Prozess
Die Gerätebauform bildet den Rahmen – entscheidend sind die Anforderungen des jeweiligen Prozesses. Filtration, Temperatur, Feuchte und Luftmengen können unabhängig voneinander sehr unterschiedliche Anforderungen stellen. HANSA kombiniert deshalb die erforderlichen Luftbehandlungsstufen individuell innerhalb des jeweiligen RLT-Konzepts.
Filtration und Luftreinheit
Je nach Anwendung können unterschiedliche Filterstufen bis hin zur Schwebstofffiltration integriert werden. Filterkonzept, Filteranordnung und Luftführung werden auf die erforderliche Luftreinheit und den jeweiligen Prozess abgestimmt.
Heizen und Kühlen
Temperaturbedingungen können durch Heiz- und Kühlregister gezielt eingestellt werden. Die Kälteversorgung kann über ein externes Kaltwassersystem oder – je nach Gerätekonzept – über eine integrierte Kälteanlage erfolgen.
Befeuchten
Wo definierte Mindestfeuchten oder enge Feuchtebereiche erforderlich sind, können unterschiedliche Befeuchtungssysteme in die Luftbehandlung integriert werden. Auswahl und Regelung richten sich nach Prozess und Luftzustandsanforderungen.
Entfeuchten
Für die Entfeuchtung stehen unterschiedliche Verfahren zur Verfügung. Eine klassische Lösung ist die Kondensationsentfeuchtung durch Abkühlen der Luft unter den Taupunkt mit anschließender Nacherwärmung.
Für Prozesse mit besonders niedrigen Feuchteanforderungen können Sorptionsrotoren eingesetzt werden. Das ist beispielsweise für bestimmte Anwendungen in der Batterieproduktion relevant.
Materialien und Korrosionsschutz
Je nach Prozess und vorhandenen Stoffen können Gehäuse, Einbauteile und Wärmeübertrager in unterschiedlichen Materialien und Korrosionsschutzklassen ausgeführt werden. Auch Edelstahl, Aluminium oder spezielle Beschichtungen sind projektspezifisch möglich.
Regelung und Prozessintegration
Die einzelnen Luftbehandlungsstufen müssen als Gesamtsystem zusammenarbeiten. Mit eigener Regelungs- und Schaltschranktechnik kann HANSA Temperatur, Feuchte, Druckverhältnisse und Volumenströme bedarfsgerecht regeln und das RLT-System über entsprechende Schnittstellen in die übergeordnete Gebäude- oder Prozessleittechnik integrieren.
Warum HANSA?
Individuelle Fertigung statt Standardkonfiguration
Labor- und Reinraumanwendungen stellen sehr unterschiedliche Anforderungen. HANSA kann Geräteabmessungen, Luftführung, Materialien und Komponenten projektspezifisch anpassen und unterschiedliche Luftbehandlungsstufen zu einer individuellen Lösung kombinieren.
Erfahrung mit anspruchsvollen Prozessbedingungen
Von Labor- und Reinraumanwendungen bis zur Batterieproduktion hat HANSA bereits RLT-Lösungen für anspruchsvolle und sehr unterschiedliche Prozessbedingungen realisiert. Diese Erfahrung fließt in Auslegung und Konstruktion neuer Anlagen ein.
Eigene Regelungs- und Schaltschranktechnik
Gerät, Schaltschrank und Regelung werden als Gesamtsystem aufeinander abgestimmt. Auch komplexe Anforderungen an Temperatur, Feuchte, Druckverhältnisse und Volumenströme können so innerhalb einer Regelungsstrategie zusammengeführt werden.
Sonderanforderungen? Gehören für uns dazu.
Besondere Materialien, hoher Korrosionsschutz, ATEX-Ausführungen, spezielle Filterkonzepte oder Redundanzanforderungen können bereits bei Konstruktion und Komponentenauswahl berücksichtigt werden.
Erfahrene Inbetriebnahme
Gerade bei komplexen Prozessanlagen entscheidet die Abstimmung vor Ort über die Qualität des späteren Betriebs. Unsere erfahrenen Inbetriebnehmer nehmen Gerät und Regelung gemeinsam in Betrieb und stimmen die relevanten Betriebsparameter auf die Anlage ab.
Gut zu wissen
In Laboren und Reinräumen wird die Raumlufttechnik häufig wesentlich stärker durch Prozess-, Produkt- oder Sicherheitsanforderungen bestimmt. Neben Temperatur und Luftqualität können Partikelkonzentration, Feuchte, Druckverhältnisse oder die sichere Abführung belasteter Luft entscheidend sein.
Deshalb werden Gerätebauform, Luftbehandlung und Regelung auf die konkrete Anwendung abgestimmt – häufig deutlich individueller als bei einer klassischen Komfortlüftung.
Definierte Über- und Unterdrücke helfen dabei, Luftströmungen zwischen unterschiedlichen Bereichen gezielt zu kontrollieren. Ein Überdruck kann einen sensiblen Reinraumbereich vor dem Eintrag von Partikeln schützen. Unterdruck kann dagegen verhindern, dass belastete Luft aus einem Labor in angrenzende Bereiche gelangt.
Bei mehreren Bereichen können Druckkaskaden aufgebaut werden. Welche Druckverhältnisse erforderlich sind, ergibt sich aus dem jeweiligen Schutz- und Prozesskonzept.
Temperatur und Feuchte dienen in Laboren und Reinräumen häufig nicht nur dem Komfort. Sie können unmittelbaren Einfluss auf Produktqualität, Messergebnisse oder Produktionsprozesse haben und müssen entsprechend zuverlässig geregelt werden.
Besondere Anforderungen bestehen beispielsweise in Teilen der Batterieproduktion, wo sehr niedrige Luftfeuchten erforderlich sein können. Je nach benötigtem Zustand kommen klassische Kühlentfeuchtung oder Verfahren zur Sorptionsentfeuchtung infrage.
Reinräume werden entsprechend der zulässigen Konzentration luftgetragener Partikel klassifiziert. Die ISO 14644 bildet hierfür eine wesentliche normative Grundlage. Die erforderliche Reinheitsklasse ergibt sich jedoch aus dem jeweiligen Prozess – nicht umgekehrt.
Für die RLT-Planung hat das unmittelbare Auswirkungen auf Filterkonzept, Luftmengen, Luftführung und gegebenenfalls die erforderlichen Umluftvolumenströme.
Stabile Prozessbedingungen lassen sich nur beurteilen, wenn relevante Größen auch zuverlässig erfasst werden. Je nach Anwendung können beispielsweise Temperatur, Feuchte, Differenzdruck, Volumenströme und Anlagenzustände überwacht und über längere Zeiträume dokumentiert werden.
Mit etaConnect und etaVisu können entsprechende Betriebsdaten zentral erfasst, visualisiert und ausgewertet werden. Das unterstützt Betrieb und Service und schafft gleichzeitig Nachvollziehbarkeit bei Prozessabweichungen oder Qualitätsproblemen.
Sie suchen gar kein RLT-Gerät für Reinräume oder Labore? Dann schauen Sie doch einfach in die anderen Anwendungsbereiche rein:







