Unterschiedliche Einsatzbereiche für RLT-Geräte
Ob Bildungseinrichtung, Büro, Industrie oder sensibler Hygienebereich: Die Anforderungen an ein RLT-Gerät unterscheiden sich je nach Nutzung deutlich. Hier zeigen wir, welche Faktoren bei der Auslegung für verschiedene Einsatzbereiche entscheidend sind und wie sich RLT-Geräte an die jeweiligen Anforderungen anpassen lassen.
Kindertagesstätten, Schulen, Hochschulen und Universitäten stellen besondere Anforderungen an die Lüftung. Viele Personen halten sich gleichzeitig in Unterrichts-, Gruppen- oder Seminarräumen auf, während die tatsächliche Belegung im Tagesverlauf stark schwanken kann.
Ein geeignetes RLT-Konzept muss deshalb gute Raumluftqualität mit Energieeffizienz, niedrigem Schallpegel und einem bedarfsgerechten Betrieb verbinden. Gleichzeitig unterscheiden sich die Gebäude erheblich: vom einzelnen Gruppenraum einer Kita über Klassenzimmer bis zu großen Hörsälen und weitläufigen Hochschulgebäuden.
Entsprechend unterschiedlich können auch die RLT-Geräte ausfallen. Dezentrale Geräte für einzelne Räume, kompakte Lösungen für Gebäudebereiche und zentrale RLT-Geräte für komplette Gebäude können je nach Projekt sinnvoll sein.
Warum ist die Raumluftqualität in Bildungseinrichtungen besonders wichtig?
In stark belegten Räumen verändert sich die Raumluftqualität schnell. Menschen geben unter anderem Kohlendioxid (CO₂), Feuchtigkeit und Wärme an die Raumluft ab. Ohne ausreichenden Luftaustausch steigt insbesondere die CO₂-Konzentration während der Nutzung kontinuierlich an.
Die Lüftung muss deshalb ausreichend Außenluft bereitstellen und gleichzeitig weitere Raumlasten berücksichtigen. Neben CO₂ können beispielsweise Temperatur, Feuchte, Gerüche und nutzungsbedingte Verunreinigungen für die Raumluftqualität relevant sein.
Eine mechanische Lüftung ermöglicht einen planbaren Luftaustausch unabhängig davon, ob Fenster regelmäßig geöffnet werden. Die erforderliche Luftmenge kann dabei an Nutzung und Belegung des jeweiligen Bereichs angepasst werden.
Warum ist eine bedarfsgerechte Lüftung sinnvoll?
Bildungsgebäude werden selten überall gleichzeitig und mit gleicher Personenzahl genutzt. Ein Klassenraum kann vollständig belegt sein, während der Nachbarraum leer steht. Seminarräume und Hörsäle weisen teilweise noch stärkere Belegungsschwankungen auf.
Würde die Lüftungsanlage unabhängig davon ständig mit maximaler Luftmenge betrieben, müsste unnötig viel Luft gefördert, erwärmt oder gekühlt werden. Eine bedarfsgerechte Regelung kann die Luftleistung dagegen an den tatsächlichen Bedarf anpassen.
Als Führungsgrößen können je nach Nutzung beispielsweise CO₂-Konzentration, Raumtemperatur, Feuchte, Präsenz oder Zeitprogramme dienen. Dadurch wird nur so viel Luft aufbereitet und transportiert, wie für die jeweilige Nutzung erforderlich ist.
Mehr zum Zusammenspiel von Sensorik, DDC und bedarfsgerechter Regelung erläutern wir unter Regelungstechnik für RLT-Geräte.
Welche Bedeutung hat der Schallschutz?
Unterricht, Betreuung und konzentriertes Arbeiten stellen hohe Anforderungen an die akustischen Bedingungen eines Raumes. Geräusche der Lüftung sollten deshalb bei der Planung von Beginn an berücksichtigt werden.
Entscheidend ist dabei nicht allein der Ventilator im RLT-Gerät. Luftgeschwindigkeiten, Kanalnetz, Schalldämpfer, Luftdurchlässe und der Aufstellort beeinflussen gemeinsam den wahrgenommenen Schall im Raum.
Bei dezentralen Geräten, die unmittelbar im oder am genutzten Raum installiert werden, erhält die Geräteakustik eine besonders große Bedeutung. Bei zentralen Anlagen kann die räumliche Trennung des RLT-Geräts zusätzliche Möglichkeiten zur Schallminderung bieten.
Zentral oder dezentral – welches Lüftungskonzept eignet sich?
Für Bildungs- und Betreuungseinrichtungen gibt es nicht das eine geeignete Lüftungskonzept. Die passende Lösung hängt unter anderem von Gebäudegröße, Raumstruktur, vorhandenen Technikflächen, Luftmengen und den Möglichkeiten zur Leitungsführung ab.
Zentrale RLT-Geräte können mehrere Räume, Gebäudeteile oder ein vollständiges Gebäude versorgen. Dadurch lassen sich Luftaufbereitung, Wärmerückgewinnung, Filterung und Regelung zentral zusammenfassen.
Etagen- oder bereichsweise Lösungen bilden einen Mittelweg. Einzelne Gebäudebereiche können unabhängig voneinander versorgt werden, ohne für jeden Raum ein eigenes vollständiges RLT-Gerät vorzusehen.
Dezentrale Geräte können insbesondere dann interessant sein, wenn einzelne Räume nachgerüstet werden sollen oder die Installation eines umfangreichen Luftleitungssystems baulich schwierig ist.
Gerade bei Sanierungen sollte deshalb zunächst das Gebäude betrachtet und anschließend entschieden werden, welches Versorgungskonzept technisch und wirtschaftlich sinnvoll umgesetzt werden kann.
Warum ist Wärmerückgewinnung in Bildungsgebäuden wichtig?
Hohe Außenluftmengen verbessern die Raumluftqualität, verursachen während der Heizperiode aber gleichzeitig einen entsprechenden Wärmebedarf. Ohne Wärmerückgewinnung würde ein großer Teil der mit der Abluft abgeführten Wärme ungenutzt verloren gehen.
Ein geeignetes Wärmerückgewinnungssystem überträgt einen Teil dieser Energie auf die Außenluft und reduziert dadurch den zusätzlichen Heizbedarf. Je nach Anlagenkonzept kann die Energierückgewinnung auch im Kühlbetrieb energetische Vorteile bieten.
Welche Art der Wärmerückgewinnung sinnvoll ist, hängt von der konkreten Anlage ab. Die unterschiedlichen Systeme erläutern wir im Artikel Wärmerückgewinnung in RLT-Geräten.
Welche Unterschiede bestehen zwischen Kita, Schule und Hochschule?
Obwohl alle diese Gebäude der Bildung oder Betreuung dienen, unterscheiden sich ihre Nutzungsprofile. Das RLT-Konzept sollte deshalb nicht einfach von einem Gebäudetyp auf den nächsten übertragen werden.
- Kindertagesstätten: Gruppenräume werden über längere Zeiträume genutzt. Neben Raumluftqualität und niedrigen Schallpegeln spielen eine bedarfsgerechte Luftverteilung und ein für Kinder und Betreuung angenehmes Raumklima eine wichtige Rolle.
- Schulen: Klassenzimmer weisen häufig eine hohe Personendichte mit klar strukturierten Unterrichts- und Pausenzeiten auf. Eine CO₂- beziehungsweise belegungsabhängige Regelung kann hier besonders sinnvoll sein.
- Hochschulen und Universitäten: Die Nutzung reicht von kleinen Seminarräumen über Büros und Labore bis zu großen Hörsälen. Dadurch können innerhalb eines Gebäudes sehr unterschiedliche Luftmengen und RLT-Konzepte erforderlich sein.
Bei Universitäten können zusätzlich Räume mit besonderen Anforderungen vorhanden sein. Labore oder Reinräume sollten dabei nicht wie normale Seminar- oder Unterrichtsräume behandelt werden, sondern benötigen ein auf die jeweilige Nutzung abgestimmtes RLT-Konzept.
Welche HANSA RLT-Geräte eignen sich für Bildungs- und Betreuungseinrichtungen?
Je nach erforderlicher Luftleistung und Gebäudekonzept können unterschiedliche HANSA-Geräteserien eingesetzt werden.
Die Blue Line ermöglicht individuell ausgelegte zentrale oder bereichsweise RLT-Lösungen und eignet sich insbesondere dann, wenn Luftleistung, Geräteabmessungen, Komponenten und Regelung projektspezifisch konfiguriert werden sollen.
Die Kompakt Line kombiniert wesentliche Funktionen eines RLT-Geräts in kompakter Bauweise und kann beispielsweise für Etagenlösungen oder kleinere Bildungs- und Betreuungseinrichtungen eingesetzt werden.
Mit der Luftbox 800 steht außerdem eine dezentrale Lösung für die raumweise Lüftung zur Verfügung. Sie kann insbesondere bei einzelnen Unterrichtsräumen und entsprechenden Nachrüstprojekten interessant sein.
Welche Lösung geeignet ist, lässt sich deshalb nicht allein anhand des Gebäudetyps entscheiden. Luftmengen, Raumaufteilung, Schallanforderungen, Aufstellmöglichkeiten, Leitungsführung, Wärme- und Kältebedarf sowie das gewünschte Regelungskonzept müssen gemeinsam betrachtet werden.
Weitere Informationen und konkrete Gerätebeispiele finden Sie unter Lüftung für Schulen und Bildungseinrichtungen .
Büro- und Verwaltungsgebäude stellen vielfältige Anforderungen an die Raumlufttechnik. Einzelbüros, Großraumbüros, Besprechungsräume und gemeinschaftlich genutzte Bereiche unterscheiden sich hinsichtlich Belegung, Nutzung und thermischer Belastung teilweise erheblich.
Ein geeignetes RLT-Konzept muss deshalb gute Raumluftqualität und thermischen Komfort mit einem energieeffizienten Betrieb verbinden. Besonders wichtig ist dabei, die Luftleistung und Luftaufbereitung möglichst an den tatsächlichen Bedarf der unterschiedlichen Bereiche anzupassen.
Welche Anforderungen stellen Bürogebäude an die Raumlufttechnik?
Menschen, Beleuchtung, Computer und weitere technische Geräte geben Wärme an den Raum ab. Gleichzeitig entstehen durch die anwesenden Personen Kohlendioxid (CO₂), Feuchtigkeit und weitere nutzungsbedingte Stofflasten.
Die RLT-Anlage übernimmt deshalb mehr als den reinen Luftaustausch. Abhängig vom Gebäudekonzept kann sie Außenluft filtern, die Zuluft erwärmen oder kühlen und so dazu beitragen, geeignete Bedingungen für die Nutzung der Räume zu schaffen.
Welche Funktionen tatsächlich benötigt werden, hängt vom Gebäude ab. Ein kleines Verwaltungsgebäude stellt andere Anforderungen als ein mehrgeschossiger Bürokomplex mit Großraumbüros, Konferenzbereichen und stark wechselnder Belegung.
Warum ist bedarfsgerechte Lüftung im Büro besonders sinnvoll?
Die Belegung moderner Bürogebäude ist häufig nicht konstant. Besprechungsräume werden beispielsweise zeitweise von vielen Personen genutzt und stehen anschließend über längere Zeit leer. Auch in Bürobereichen kann die tatsächliche Anwesenheit im Tagesverlauf deutlich schwanken.
Eine dauerhaft gleichbleibende Luftleistung würde diese Unterschiede nicht berücksichtigen. Bei einer bedarfsgerechten Lüftung kann die Luftmenge dagegen entsprechend der tatsächlichen Nutzung angepasst werden.
Dafür können je nach Anlagenkonzept beispielsweise CO₂-Werte, Raumtemperaturen, Präsenzinformationen oder Zeitprogramme verwendet werden. Ventilatoren, Klappen sowie Heiz- und Kühlfunktionen lassen sich darauf abgestimmt regeln.
Dadurch kann insbesondere in Zeiten geringer Belegung der Energiebedarf für Luftförderung und Luftaufbereitung reduziert werden.
Welche Rolle spielen Temperatur und thermischer Komfort?
Neben der Raumluftqualität ist die Raumtemperatur ein wesentlicher Bestandteil eines angenehmen Arbeitsumfelds. Dabei können sich die thermischen Anforderungen innerhalb eines Gebäudes deutlich unterscheiden.
Sonneneinstrahlung, Fassadenausrichtung, Personenbelegung und interne Wärmelasten durch Beleuchtung und technische Geräte beeinflussen den Kühl- und Heizbedarf. Besonders Räume mit großen Glasflächen oder hoher Belegung können zeitweise erhebliche Wärmelasten aufweisen.
Bei der Auslegung eines RLT-Geräts müssen deshalb nicht nur die erforderlichen Außenluftmengen betrachtet werden. Auch der Heiz- und Kühlbedarf sowie das Zusammenspiel mit weiteren Systemen der Gebäudetechnik sind zu berücksichtigen.
Warum sind Wärmerückgewinnung und niedrige Druckverluste wichtig?
Bürogebäude werden über viele Stunden des Tages genutzt. Dadurch können bereits vergleichsweise kleine Unterschiede im Energiebedarf über die Betriebszeit eine erhebliche Wirkung haben.
Eine effiziente Wärmerückgewinnung kann einen großen Teil der in der Abluft enthaltenen thermischen Energie nutzbar machen. Gleichzeitig beeinflussen Druckverluste in Filtern, Wärmetauschern, Schalldämpfern und weiteren Komponenten die erforderliche Ventilatorleistung.
Ein energieeffizientes RLT-Gerät entsteht deshalb nicht durch einen einzelnen möglichst effizienten Bestandteil. Entscheidend ist das Zusammenspiel aus Wärmerückgewinnung, Ventilatoren, Druckverlusten, Luftmengen und Regelung.
Mehr zu diesen Zusammenhängen erläutern wir unter Energieeffizienz bei RLT-Geräten .
Welche Bedeutung hat die Akustik im Büro?
Geräusche der Lüftungsanlage können insbesondere in Büros, Besprechungsräumen und Bereichen für konzentriertes Arbeiten als störend wahrgenommen werden. Die Akustik sollte deshalb bereits bei der Planung des RLT-Systems berücksichtigt werden.
Dabei ist nicht nur das eigentliche RLT-Gerät relevant. Ventilatoren, Luftgeschwindigkeiten, Kanalnetz, Schalldämpfer und Luftdurchlässe beeinflussen gemeinsam die Schallübertragung in die Räume.
Eine ausreichend dimensionierte Anlage kann dabei Vorteile bieten, weil unnötig hohe Luftgeschwindigkeiten und dauerhaft hohe Ventilatordrehzahlen vermieden werden können.
Zentral oder bereichsweise – welches RLT-Konzept eignet sich für Bürogebäude?
Größere Büro- und Verwaltungsgebäude werden häufig mit zentralen RLT-Geräten oder mit mehreren Geräten für unterschiedliche Gebäudebereiche versorgt. Welche Variante sinnvoll ist, hängt unter anderem von Gebäudegröße, Nutzung, Raumaufteilung und vorhandenen Technikflächen ab.
Eine Aufteilung in unterschiedliche Versorgungsbereiche kann insbesondere dann sinnvoll sein, wenn sich Nutzungszeiten oder Anforderungen deutlich unterscheiden. Büroflächen, Konferenzbereiche oder andere Nutzungszonen können dadurch bedarfsgerecht betrieben werden.
Auch die Aufstellung des RLT-Geräts beeinflusst die Planung. Technikzentralen, Dachflächen oder andere Aufstellorte stellen unterschiedliche Anforderungen an Abmessungen, Luftführung, Wartungszugang und gegebenenfalls den Wetterschutz des Geräts.
Warum sollte das RLT-Gerät zum Gebäude passen?
Gerade bei größeren Bürogebäuden können verfügbare Technikflächen und bauliche Randbedingungen die Gerätekonstruktion erheblich beeinflussen. Vorgegebene Abmessungen, Anschlussrichtungen, Luftleistungen oder Zugangswege lassen sich nicht immer mit einer standardisierten Gerätekonfiguration abdecken.
Individuell ausgelegte RLT-Geräte ermöglichen es, Abmessungen, Luftanschlüsse, Komponenten, Leistungsbereiche und Regelungsfunktionen auf das jeweilige Projekt abzustimmen. Das ist sowohl bei Neubauten als auch bei der Modernisierung bestehender Gebäude von Bedeutung.
Welche HANSA RLT-Geräte eignen sich für Büro und Verwaltung?
Für Büro- und Verwaltungsgebäude kommen je nach Gebäudegröße, Luftleistung und Anlagenkonzept unterschiedliche RLT-Geräte infrage.
Die Blue Line ermöglicht eine projektspezifische Auslegung von RLT-Geräten. Geräteabmessungen, Luftleistungen, Wärmerückgewinnung, Heiz- und Kühlfunktionen sowie die Regelung können entsprechend den Anforderungen des jeweiligen Gebäudes konfiguriert werden.
Für kompaktere Anlagenkonzepte steht mit der Kompakt Line eine weitere Möglichkeit zur Verfügung. Welches Gerätekonzept sinnvoll ist, hängt dabei nicht allein von der erforderlichen Luftmenge ab, sondern auch von Aufstellort, Platzverhältnissen, Nutzungsstruktur und den benötigten Funktionen.
Weitere Informationen finden Sie im HANSA Einsatzbereich RLT-Geräte für Büro und Verwaltung .
In Industrie- und Produktionsgebäuden können die Anforderungen an die Raumlufttechnik sehr unterschiedlich sein. Während in einigen Bereichen vor allem geeignete Arbeitsbedingungen für die Beschäftigten geschaffen werden sollen, bestimmen in anderen Bereichen Produktionsprozesse, Maschinen oder Produkte maßgeblich die erforderlichen Luftzustände.
Wärme, Feuchtigkeit, Staub, Stofflasten oder große Luftmengen können besondere Anforderungen an das RLT-Gerät stellen. Entsprechend wichtig ist eine projektspezifische Auslegung, bei der Luftleistung, Luftaufbereitung, Materialien, Wärmerückgewinnung und Regelung auf die jeweilige Anwendung abgestimmt werden.
Welche Aufgaben übernimmt ein RLT-Gerät in der Industrie?
Die Aufgaben eines RLT-Geräts ergeben sich aus der jeweiligen Nutzung. In Produktionshallen kann beispielsweise die Abfuhr von Wärme im Vordergrund stehen. Andere Prozesse erfordern definierte Temperaturen, Feuchtebedingungen oder eine kontinuierliche Versorgung mit aufbereiteter Außenluft.
Gleichzeitig müssen die Bedingungen für die im Gebäude arbeitenden Menschen berücksichtigt werden. Prozessanforderungen und Anforderungen an das Raumklima können deshalb innerhalb einer Anlage zusammenkommen.
Das RLT-Konzept sollte aus diesen tatsächlichen Anforderungen entwickelt werden. Erst daraus ergeben sich die benötigten Luftmengen und die erforderlichen Funktionen des RLT-Geräts.
Welche Prozesslasten müssen bei der Auslegung berücksichtigt werden?
Produktionsprozesse können erhebliche Wärme- und Stofflasten verursachen. Maschinen, Öfen, elektrische Anlagen oder andere technische Einrichtungen geben beispielsweise Wärme an ihre Umgebung ab. Je nach Prozess können zusätzlich Feuchtigkeit, Staub, Gerüche oder andere Stoffe entstehen.
Für die Auslegung ist entscheidend, welche dieser Lasten tatsächlich über die RLT-Anlage aufgenommen oder beeinflusst werden sollen. Prozessabsaugungen und andere spezielle Systeme können zusätzlich erforderlich sein und müssen mit der allgemeinen Raumlufttechnik abgestimmt werden.
Eine pauschale Auslegung allein anhand der Hallengröße ist deshalb häufig nicht ausreichend. Nutzung, Produktionsabläufe und entstehende Lasten müssen bereits in der Planungsphase betrachtet werden.
Warum können in der Industrie große Luftmengen erforderlich sein?
Große Produktionsflächen und hohe innere Lasten können entsprechend hohe Luftleistungen erforderlich machen. Das wirkt sich unmittelbar auf die Dimensionierung des RLT-Geräts, der Ventilatoren, Filter, Wärmetauscher und des Luftleitungssystems aus.
Mit zunehmender Luftmenge gewinnt gleichzeitig der Energiebedarf für die Luftförderung an Bedeutung. Druckverluste innerhalb des Geräts und im Kanalnetz sollten deshalb bereits bei der Auslegung berücksichtigt werden.
Entscheidend ist nicht, möglichst viel Luft zu bewegen, sondern die für den jeweiligen Prozess und die Nutzung erforderliche Luftmenge mit einem technisch sinnvollen Energieaufwand bereitzustellen.
Welche Rolle spielen Temperatur und Luftfeuchtigkeit in der Produktion?
Temperatur und Luftfeuchtigkeit können in Produktionsbereichen nicht nur den Komfort der Beschäftigten beeinflussen. Bei bestimmten Anwendungen wirken sie sich auch auf Produktionsprozesse, Materialien oder die Qualität der hergestellten Produkte aus.
Abhängig von der Anwendung kann die Zuluft deshalb erwärmt, gekühlt, be- oder entfeuchtet werden. Wie genau die Luft behandelt werden muss, ergibt sich aus den erforderlichen Raum- beziehungsweise Prozessbedingungen.
Besonders anspruchsvoll sind Anwendungen, bei denen Luftzustände innerhalb enger Grenzen gehalten werden müssen. In solchen Fällen müssen Luftaufbereitung, Sensorik und Regelung als zusammenhängendes System betrachtet werden.
Wie lässt sich Energie aus der Abluft zurückgewinnen?
Bei großen Luftmengen kann auch eine große Menge thermischer Energie über die Abluft abgeführt werden. Wärmerückgewinnung ist deshalb bei vielen industriellen RLT-Anlagen ein wichtiger Bestandteil des Energiekonzepts.
Welches Wärmerückgewinnungssystem geeignet ist, hängt jedoch von der Anwendung ab. Neben der energetischen Effizienz müssen unter anderem Druckverluste, Luftqualität sowie eine mögliche Übertragung zwischen Abluft und Zuluft berücksichtigt werden.
Wenn eine vollständige Trennung der Luftströme erforderlich ist, können beispielsweise Kreislaufverbundsysteme Vorteile bieten. In anderen Anwendungen können Plattenwärmeübertrager oder Rotationswärmeübertrager geeigneter sein.
Die unterschiedlichen Möglichkeiten erläutern wir ausführlicher unter Wärmerückgewinnung in RLT-Geräten .
Warum sind robuste und anpassbare RLT-Geräte in der Industrie wichtig?
Industrielle RLT-Geräte müssen häufig an besondere räumliche und technische Bedingungen angepasst werden. Große Luftleistungen, begrenzte Technikflächen, vorhandene Gebäudestrukturen oder besondere Anschlussrichtungen können eine individuelle Gerätekonstruktion erforderlich machen.
Auch Materialien und Oberflächen müssen zur Umgebung passen. Abhängig von den Umgebungsbedingungen können beispielsweise erhöhte Anforderungen an Korrosionsschutz, Gehäuse oder die Ausführung einzelner Komponenten bestehen.
Bei einer Außenaufstellung kommen zusätzlich Witterungseinflüsse wie Regen, Schnee, Frost und Sonneneinstrahlung hinzu. Mehr zu diesen Anforderungen erläutern wir unter RLT-Geräte in Außenaufstellung .
Wann müssen bei RLT-Geräten ATEX-Anforderungen berücksichtigt werden?
In bestimmten industriellen Anwendungen können brennbare Gase, Dämpfe, Nebel oder Stäube auftreten, die zusammen mit Luft eine explosionsfähige Atmosphäre bilden können. In solchen Bereichen müssen bei der Planung der RLT-Anlage die Anforderungen an den Explosionsschutz berücksichtigt werden.
Welche Anforderungen an das RLT-Gerät gestellt werden, hängt von der konkreten Gefährdung und der festgelegten Zoneneinteilung ab. Dabei ist unter anderem zu unterscheiden, ob eine explosionsfähige Atmosphäre innerhalb des Geräts, außerhalb des Geräts oder in beiden Bereichen auftreten kann.
Die ATEX-Anforderungen können sich auf unterschiedliche Bestandteile des RLT-Geräts auswirken. Dazu gehören beispielsweise Ventilatoren, Motoren, elektrische Komponenten, Sensorik und weitere Betriebsmittel. Auch mögliche Zündquellen sowie elektrostatische Aufladungen müssen bei der technischen Ausführung berücksichtigt werden.
Ein RLT-Gerät für einen explosionsgefährdeten Bereich sollte deshalb nicht erst nachträglich an eine bereits festgelegte Standardausführung angepasst werden. Explosionsschutz, Zoneneinteilung und die daraus resultierenden technischen Anforderungen müssen bereits in die projektspezifische Auslegung des Geräts einfließen.
Warum ist die Regelung bei Produktionsanlagen besonders wichtig?
Produktionsbedingungen sind nicht zwangsläufig konstant. Maschinen werden ein- und ausgeschaltet, Produktionslinien wechseln ihren Betriebszustand und Wärme- oder Stofflasten können sich im Tagesverlauf verändern.
Eine geeignete Regelung kann das RLT-Gerät an diese unterschiedlichen Betriebszustände anpassen. Luftmengen, Temperaturen und weitere Funktionen lassen sich abhängig von den für den jeweiligen Prozess relevanten Messgrößen steuern und regeln.
Dadurch muss das Gerät nicht permanent unter den Bedingungen des maximalen Auslegungsfalls betrieben werden. Voraussetzung ist allerdings, dass bereits bei der Planung festgelegt wird, welche Betriebszustände auftreten und welche Größen für die Regelung relevant sind.
Welche HANSA RLT-Geräte eignen sich für Industrie und Produktion?
Gerade industrielle Anwendungen profitieren von der Möglichkeit, ein RLT-Gerät an die konkrete Aufgabenstellung anzupassen. Die Blue Line und Free Line Geräteserien können projektspezifisch hinsichtlich Luftleistung, Abmessungen, Komponenten, Wärmerückgewinnung, Kälte- und Wärmebereitstellung sowie Regelung ausgelegt werden. Auch Ausführungen in ATEX sind möglich.
Entscheidend ist deshalb nicht allein die Frage, welches RLT-Gerät für „Industrie“ geeignet ist. Ausgangspunkt sind der konkrete Prozess, die entstehenden Lasten, die erforderlichen Luftzustände und die baulichen Bedingungen. Daraus entsteht die für die jeweilige Produktionsumgebung passende Gerätekonfiguration.
Weitere Informationen finden Sie im HANSA Einsatzbereich RLT-Geräte für Industrie und Produktion .
Krankenhäuser, medizinisch genutzte Räume, Labore und Reinräume stellen besondere Anforderungen an die Raumlufttechnik. Luftqualität, Filterung, Druckverhältnisse, Temperatur und teilweise auch die Luftfeuchtigkeit müssen gezielt kontrolliert werden.
Die Anforderungen unterscheiden sich jedoch je nach Anwendung deutlich. Ein Operationsraum ist kein Labor und ein Labor nicht automatisch ein Reinraum. RLT-Geräte für sensible Bereiche müssen deshalb auf die konkrete Nutzung und die dafür geltenden hygienischen, technischen und gegebenenfalls sicherheitsrelevanten Anforderungen abgestimmt werden.
Was unterscheidet sensible Bereiche von anderen RLT-Anwendungen?
Bei der üblichen Komfortlüftung stehen vor allem Raumluftqualität und thermische Behaglichkeit im Mittelpunkt. In sensiblen Bereichen können zusätzliche Anforderungen hinzukommen, die unmittelbar mit der Nutzung des Raumes zusammenhängen.
Dazu können beispielsweise definierte Luftreinheiten, mehrstufige Filterkonzepte, kontrollierte Druckverhältnisse oder besondere Anforderungen an Materialien und die hygienische Ausführung des RLT-Geräts gehören.
Auch die Folgen einer Störung können eine andere Bedeutung haben. Deshalb müssen Geräteaufbau, Regelung, Überwachung und Instandhaltung bereits bei der Planung gemeinsam betrachtet werden.
Welche Anforderungen stellen Krankenhäuser und medizinische Bereiche?
In Krankenhäusern hängen die Anforderungen an die Raumlufttechnik stark von der Nutzung des jeweiligen Bereichs ab. Patientenzimmer, Untersuchungsräume, Operationsbereiche und andere medizinisch genutzte Räume können unterschiedliche Anforderungen an Luftführung, Filterung, Temperatur und Druckverhältnisse stellen.
Besonders in hygienisch sensiblen Bereichen muss verhindert werden, dass das RLT-Gerät selbst zu einer Quelle hygienischer Belastungen wird. Konstruktion, verwendete Materialien und Komponenten sollten deshalb eine hygienegerechte Reinigung, Wartung und Inspektion ermöglichen.
Für besonders sensible medizinische Anwendungen gelten zusätzliche Anforderungen. Diese müssen projektspezifisch anhand der vorgesehenen Raumnutzung und der dafür maßgeblichen Regelwerke festgelegt werden.
Welche Besonderheiten gelten bei RLT-Anlagen für Labore?
In Laboren wird die Raumlufttechnik wesentlich durch die dort stattfindenden Arbeiten bestimmt. Je nach Nutzung können Stoffe freigesetzt oder in Laborabzügen und anderen Einrichtungen erfasst und abgeführt werden.
Dadurch können sich stark verändernde Zu- und Abluftmengen ergeben. Das RLT-System muss diese Betriebszustände berücksichtigen und die erforderlichen Raumdruckverhältnisse aufrechterhalten.
Gleichzeitig ist zu prüfen, ob die Abluft Stoffe enthält, die besondere Anforderungen an Luftführung, Komponenten, Materialien oder eine mögliche Energierückgewinnung stellen. Eine Übertragung unerwünschter Stoffe aus der Abluft in die Zuluft muss entsprechend der jeweiligen Anwendung verhindert werden.
Bei Laborgebäuden ist deshalb die Abstimmung zwischen RLT-Gerät, Laborabzügen, Abluftsystemen, Regelung und Sicherheitskonzept besonders wichtig.
Was ist bei Reinräumen entscheidend?
In Reinräumen steht die kontrollierte Reinheit der Raumluft im Mittelpunkt. Je nach Anwendung müssen definierte Bedingungen hinsichtlich der Partikelkonzentration eingehalten werden.
Dafür sind neben einer geeigneten Filterung auch Luftführung, Luftwechsel, Raumdruck und die gesamte Konstruktion des Raumes von Bedeutung. Das RLT-Gerät ist damit ein wichtiger Bestandteil eines umfassenden Reinraumkonzepts.
In vielen Anwendungen müssen zusätzlich Temperatur und Luftfeuchtigkeit innerhalb vorgegebener Bereiche gehalten werden. Die Anforderungen können beispielsweise durch Produktionsprozesse, Produkte oder empfindliche Materialien bestimmt werden.
Reinraumtechnik darf deshalb nicht auf die Auswahl einer besonders hohen Filterklasse reduziert werden. Entscheidend ist das abgestimmte Gesamtsystem aus Luftaufbereitung, Filterung, Luftführung, Druckhaltung, Regelung und Raumkonzept.
Welche Rolle spielen Filter und Druckverhältnisse?
Filterkonzepte müssen immer zur jeweiligen Anwendung passen. Je nach Anforderung können mehrere Filterstufen innerhalb des RLT-Systems eingesetzt werden. In besonders sensiblen Bereichen können zusätzlich endständige Filter in unmittelbarer Nähe zum versorgten Raum erforderlich sein.
Gleichzeitig können definierte Druckunterschiede zwischen Räumen oder Gebäudebereichen erforderlich sein. Überdruck kann beispielsweise dazu dienen, das Eindringen von Verunreinigungen in einen sensiblen Bereich zu begrenzen. Unterdruck kann dagegen eingesetzt werden, wenn eine Ausbreitung aus einem Raum in angrenzende Bereiche verhindert werden soll.
Welche Druckverhältnisse erforderlich sind, ergibt sich aus der jeweiligen Nutzung. Die Zu- und Abluftmengen sowie die Regelung müssen entsprechend aufeinander abgestimmt werden.
Weitere Grundlagen erläutern wir im Artikel Filter in RLT-Geräten .
Warum ist die hygienegerechte Konstruktion des RLT-Geräts wichtig?
Auch ein hochwertiges Filterkonzept kann seine Aufgabe nicht erfüllen, wenn innerhalb des RLT-Geräts hygienisch ungünstige Bedingungen entstehen. Deshalb müssen Konstruktion und Zugänglichkeit des Geräts von Beginn an berücksichtigt werden.
Glatte und geeignete Oberflächen, zugängliche Komponenten, reinigungsfähige Bereiche, geeignete Dichtungen sowie ein kontrollierter Umgang mit anfallendem Kondensat tragen dazu bei, einen hygienegerechten Betrieb zu ermöglichen.
Ebenso wichtig ist die spätere Zugänglichkeit für Inspektion, Reinigung und Wartung. Hygiene ist daher nicht nur eine Eigenschaft der Geräteausführung, sondern eine Aufgabe über den gesamten Lebenszyklus der RLT-Anlage.
Weitere Informationen dazu finden Sie unter Hygiene bei RLT-Geräten – Anforderungen und VDI 6022 .
Warum müssen Regelung und Überwachung besonders zuverlässig sein?
In sensiblen Bereichen müssen nicht nur die vorgesehenen Luftzustände erreicht, sondern teilweise auch definierte Betriebsbedingungen kontinuierlich eingehalten werden.
Die Regelung kann dafür beispielsweise Luftmengen, Temperaturen, Feuchtewerte und Druckdifferenzen erfassen und beeinflussen. Abweichungen von wichtigen Betriebszuständen sollten erkannt und entsprechend dem Anlagenkonzept gemeldet werden.
Welche Messgrößen überwacht werden müssen und welche Reaktion bei einer Abweichung erforderlich ist, hängt wiederum von der konkreten Anwendung und deren Sicherheits- beziehungsweise Hygieneanforderungen ab.
Welche HANSA RLT-Geräte eignen sich für Hygiene und sensible Bereiche?
HANSA kann RLT-Geräte projektspezifisch an die Anforderungen von Krankenhäusern, Laboren, Reinräumen und anderen sensiblen Bereichen anpassen. Mit der Blue Line lassen sich unter anderem Geräteaufbau, Filterstufen, Materialien, Luftaufbereitung, Wärmerückgewinnung und Regelung entsprechend der jeweiligen Aufgabenstellung konfigurieren.
Für Anwendungen mit besonderen Hygieneanforderungen stehen entsprechend ausgeführte Gerätevarianten zur Verfügung. Bei der hygienegerechten Ausführung sind nicht nur einzelne Komponenten entscheidend, sondern der gesamte Geräteaufbau einschließlich Oberflächen, Dichtungen, Zugänglichkeit, Filteranordnung und Kondensatführung.
Ausgangspunkt für die Auslegung ist deshalb immer die konkrete Nutzung. Erst wenn feststeht, welche Luftqualität, Druckverhältnisse, Temperaturen, Feuchtebedingungen und Sicherheitsanforderungen eingehalten werden müssen, lässt sich das passende RLT-Gerät konfigurieren.
Weitere Informationen finden Sie in den HANSA Einsatzbereichen Hygiene sowie Labor und Reinräume .
Museen, Ausstellungsräume, Archive und Depots stellen besondere Anforderungen an die Raumlufttechnik. Neben angenehmen Bedingungen für Besucher und Beschäftigte muss häufig ein Raumklima geschaffen werden, das empfindliche Exponate und Kulturgüter langfristig schützt.
Dabei kommt es nicht allein auf bestimmte Temperatur- oder Feuchtewerte an. Besonders wichtig sind stabile klimatische Bedingungen und die Vermeidung unnötig großer oder schneller Schwankungen. Das RLT-Gerät, die Regelung und das Gebäude müssen deshalb als zusammenhängendes System betrachtet werden.
Warum ist das Raumklima in Museen besonders anspruchsvoll?
In einem Museum treffen unterschiedliche Anforderungen aufeinander. Besucher benötigen ein angenehmes Raumklima und ausreichend Außenluft, während Kunstwerke und andere Exponate empfindlich auf Veränderungen ihrer Umgebung reagieren können.
Hinzu kommen wechselnde äußere Bedingungen sowie interne Lasten durch Personen, Beleuchtung und technische Einrichtungen. Die RLT-Anlage muss diese Einflüsse ausgleichen, ohne selbst unnötig starke Schwankungen im Raumklima zu verursachen.
Welche klimatischen Bedingungen erforderlich sind, hängt von den ausgestellten oder gelagerten Kulturgütern ab. Deshalb sollte die Auslegung immer auf Grundlage der tatsächlichen Anforderungen des jeweiligen Museums, Ausstellungsbereichs, Archivs oder Depots erfolgen.
Welche Bedeutung haben Temperatur und Luftfeuchtigkeit?
Temperatur und relative Luftfeuchtigkeit beeinflussen viele Materialien. Holz, Papier, Textilien und andere hygroskopische Werkstoffe können beispielsweise Feuchtigkeit aus der Umgebung aufnehmen und wieder abgeben. Veränderungen des Raumklimas können dadurch auch Veränderungen im Material hervorrufen.
Für die Raumlufttechnik bedeutet das, dass nicht nur die gewünschten Sollwerte betrachtet werden sollten. Ebenso wichtig ist, wie stabil diese Bedingungen gehalten werden können und wie schnell sich das Raumklima verändert.
Abhängig von den Anforderungen kann das RLT-Gerät deshalb Funktionen zum Heizen, Kühlen, Be- und Entfeuchten übernehmen. Welche Funktionen tatsächlich benötigt werden, muss für das jeweilige Projekt festgelegt werden.
Warum sind stabile Bedingungen oft wichtiger als starre Sollwerte?
Für empfindliche Kulturgüter können starke oder schnelle Veränderungen der Umgebungsbedingungen problematischer sein als geringe Abweichungen von einem festgelegten Sollwert. Eine Regelung sollte deshalb nicht unnötig starke Wechsel zwischen Heizen, Kühlen, Be- und Entfeuchten verursachen.
Das RLT-System sollte möglichst gleichmäßig auf Veränderungen reagieren. Dazu müssen Geräteauslegung, Sensorik und Regelstrategie aufeinander abgestimmt werden.
Gleichzeitig unterscheiden sich die Anforderungen verschiedener Sammlungen erheblich. Ein allgemeingültiges Museumsklima für sämtliche Exponate gibt es daher nicht. Die erforderlichen Bedingungen sollten gemeinsam mit den für Sammlung und Konservierung verantwortlichen Fachleuten festgelegt werden.
Welche Rolle spielen Besucher und wechselnde Belegung?
Die Besucherzahl kann sich in Ausstellungsräumen innerhalb kurzer Zeit deutlich verändern. Menschen geben Wärme, Feuchtigkeit und Kohlendioxid an die Raumluft ab und beeinflussen damit die Bedingungen im Raum.
Eine hohe Besucherzahl kann deshalb einen deutlich anderen Lüftungs- und Kühlbedarf verursachen als ein nahezu leerer Ausstellungsraum. Die RLT-Anlage muss solche Veränderungen berücksichtigen, ohne dass dadurch unnötig große Schwankungen der klimatischen Bedingungen entstehen.
Eine bedarfsgerechte Regelung kann dabei helfen, die Außenluftmenge an die tatsächliche Nutzung anzupassen. Gleichzeitig müssen die für den Schutz der Exponate erforderlichen Raumzustände erhalten bleiben.
Warum benötigen Ausstellung, Archiv und Depot unterschiedliche RLT-Konzepte?
Nicht jeder Bereich eines Museumsgebäudes wird auf die gleiche Weise genutzt. Ausstellungsräume werden von Besuchern frequentiert, während Archive und Depots häufig nur zeitweise von Personen betreten werden.
In Ausstellungsbereichen müssen deshalb Anforderungen an Raumluftqualität, Besucherkomfort und Schutz der Exponate miteinander verbunden werden. In Depots oder Archiven kann dagegen die langfristige Stabilität der Lagerbedingungen stärker im Vordergrund stehen.
Eine Aufteilung in unterschiedliche Versorgungs- oder Regelbereiche kann daher sinnvoll sein. Dadurch lassen sich Luftmengen und Luftzustände entsprechend der jeweiligen Nutzung beeinflussen, anstatt das gesamte Gebäude nach einem einheitlichen Betriebszustand zu regeln.
Welche Bedeutung haben Filterung und Außenluftqualität?
Mit der Außenluft können Partikel und andere Verunreinigungen in das Gebäude gelangen. Ein auf die Anwendung abgestimmtes Filterkonzept ist deshalb auch in Museen, Archiven und Depots ein wichtiger Bestandteil der Raumlufttechnik.
Die erforderliche Filterung hängt unter anderem von der Außenluftqualität, dem Standort des Gebäudes und den Anforderungen der geschützten Kulturgüter ab. Gleichzeitig verursachen Filter Druckverluste, die bei der energetischen Auslegung des RLT-Geräts berücksichtigt werden müssen.
Weitere Grundlagen zur Auswahl und Anordnung von Filtern erläutern wir unter Filter in RLT-Geräten .
Wie lassen sich Klimastabilität und Energieeffizienz verbinden?
Museen und Archive können lange Betriebszeiten aufweisen. Gleichzeitig kann die Konditionierung der Luft durch Heizen, Kühlen, Be- oder Entfeuchten einen erheblichen Energiebedarf verursachen.
Energieeffizienz darf deshalb nicht isoliert anhand einer einzelnen Komponente betrachtet werden. Wärmerückgewinnung, Druckverluste, Ventilatorleistung, Luftmengen, thermische Luftbehandlung und Regelung müssen gemeinsam bewertet werden.
Besonders wichtig ist eine Regelstrategie, die nur die tatsächlich erforderliche Luftbehandlung durchführt und unnötiges gleichzeitiges oder gegeneinander arbeitendes Heizen, Kühlen, Be- und Entfeuchten vermeidet.
Mehr zu diesen Zusammenhängen finden Sie unter Energieeffizienz bei RLT-Geräten .
Welche HANSA RLT-Geräte eignen sich für Museen und Kulturgüter?
Die Anforderungen von Museen, Archiven und Depots können sich von Projekt zu Projekt erheblich unterscheiden. Individuell ausgelegte RLT-Geräte bieten deshalb die Möglichkeit, Luftleistung, Luftaufbereitung und Regelung auf die benötigten klimatischen Bedingungen abzustimmen.
Mit der Blue Line können unter anderem Wärmerückgewinnung, Filterung, Heiz- und Kühlfunktionen sowie – entsprechend der jeweiligen Aufgabenstellung – Be- und Entfeuchtung in die Gerätekonfiguration integriert werden. Auch Abmessungen, Luftanschlüsse und Regelungsfunktionen lassen sich projektspezifisch berücksichtigen.
Entscheidend ist dabei nicht allein, einen bestimmten Sollwert zu erreichen. Das gesamte RLT-System sollte so ausgelegt und geregelt werden, dass die für die jeweiligen Kulturgüter erforderlichen Bedingungen möglichst zuverlässig und stabil eingehalten werden können.
Weitere Informationen finden Sie im HANSA Einsatzbereich RLT-Geräte für Museen und Kulturgüter .
Einige Anwendungen stellen so spezielle Anforderungen an die Raumlufttechnik, dass wir das entsprechende Fachwissen auf eigenen Themenseiten bündeln. Dazu gehören insbesondere die Klimatisierung von Schwimmbädern sowie die Kühlung von IT- und Rechenzentren.
RLT-Geräte für Schwimmbäder
Hallenbäder stellen durch hohe Luftfeuchtigkeit, Verdunstung, korrosive Umgebungsbedingungen und einen hohen Energiebedarf besondere Anforderungen an die Raumlufttechnik. Entscheidend sind eine kontrollierte Entfeuchtung, geeignete Luftführung und eine möglichst effiziente Nutzung der vorhandenen Energie.
HANSA entwickelt mit der Pool Line RLT-Geräte speziell für diese Anforderungen. Ausführliches Fachwissen zu Schwimmbadklima, Lüftungstechnik, VDI 2089, Energieeffizienz und Regelung finden Sie im Bäder-Klima Wiki .
RLT-Geräte für IT und Rechenzentren
Serverräume und Rechenzentren benötigen eine zuverlässige Abfuhr hoher Wärmelasten und stellen besondere Anforderungen an Verfügbarkeit, Energieeffizienz und Regelung der Kühlung. Die Raumlufttechnik muss dabei auf die IT-Infrastruktur, die vorhandenen Lasten und das jeweilige Kühlkonzept abgestimmt werden.
HANSA entwickelt individuelle Lösungen für die Klimatisierung von IT- und Rechenzentren. Weiterführende Informationen zu den besonderen Anforderungen und technischen Lösungen finden Sie unter IT-Cooling .